Beiträge getagged ‘Open Innovation’

Crowdsourcing – Erfolgsbeispiel “Quirky” plus Risiken und Nebenwirkungen

8 Januar 2015

Rund 4000 Ideen pro Woche bearbeitet die Erfindergemeinschaft „Quirky“. Das Start-up mit Sitz in New York hat sich in nur 5 Jahren zu einer Innovationsschmiede mit 300 Mitarbeitern entwickelt. Dabei kann jeder Ideen einreichen und das Unternehmen kümmert sich um die Entwicklung und Umsetzung und vertreibt dann die Produkte im eigenen Shop und über den Handel.

quirky prozess

https://www.quirky.com/how-it-works

Der Quirky-Ablauf

Die eingereichten Ideen werden in der „Eval Night“ weiterbearbeitet. Dabei treffen sich 150 Experten jeden Donnerstagabend in einer schick renovierten Lagerhalle. Sie hören die Vorschläge der Hobbyerfinder, die vorab von den Mitarbeiter von Quirky selektiert wurden, und diskutieren sie. Im Austausch wird die Idee weiterentwickelt und danach wird von der Gemeinschaft abgestimmt, ob die Idee weiterbearbeitet werden soll.

Rund jede 3. Idee kommt in die nächste Runde, wo sie in einem Onlineforum weiterentwickelt wird. Danach kümmern sich die angestellten Profis zu Marktforschung, Patente, Herstellung, Vertrieb etc. von Quirky um die Entwicklung, Umsetzung und den Vertrieb im eigenen Shop.

quirky shop

https://www.quirky.com/shop

Erfindergemeinschaft vs. Konzern

Erfinder bringen ihre Ideen lieber der Erfindergemeinschaft als den Großkonzernen. Denn Quirky hat den Ruf, Erfinder respektvoll und fair zu behandeln. Sie treten zwar die Rechte an das Unternehmen ab, erhalten aber 5 bis 10 % der Shopeinnahmen. Außerdem hat Quirky einen Gemeinschaftsgeist, wo sich Erfinder und Experten vernetzen und gegenseitig unterstützen.

Dabei sieht sich der 28jährige Gründer Ben Kaufmann, selbst einst Erfinder, als Wohltäter im Dienste der Kreativen: „Eine Idee soll umgesetzt werden, weil sie gut ist und nicht weil jemand zufällig Geld dafür hat.“

Quirky hat viele Vorteile gegenüber Großkonzernen. Dort sind die Abläufe zwar perfektioniert, aber eben auch bürokratisch. Die Abteilungen konkurrieren statt zu kooperieren und die Mitarbeiter orientieren sich mehr am Chef als am Kunden. Bei Quirky arbeiten alle zusammen, um möglichst schnell aus einer Idee einen Erfolg zu machen.

Daher hat Quirky auch schon Unternehmen wie GE als Verbündete gewonnen. Bis dato wurden schon 6 Produkte gemeinsam entwickelt. Im Gegenzug zur Zusammenarbeit stellt GE Tausende Patente auf einer „Inspiration Platform“ zur Verfügung.

Quirky hat selbst schon 300 Mitarbeiter und erwartet dieses Jahr einen 3-stelligen Millionenumsatz. Da ist das Risiko hoch, durch die Größe und die Zusammenarbeit mit Konzernen deren Strukturen zu übernehmen und den Start-up Spirit zu verlieren.

Obwohl sich der Gründer Ben Kaufmann als Community und nicht als Crowdsourcer sieht, weil wer möchte schon Teil einer Masse sein, ist Quirky ein großartiges Beispiel für Crowdsourcing.

Crowdsourcing – Risiken und Nebenwirkungen

Erfolgreiche Beispiele von Crowdsourcing im deutschsprachigen Raum sind www.atizo.com und www.innovation-community.net. Doch diese Plattformen haben immer Unternehmen als Auftraggeber im Hintergrund und vermarkten die eingereichten Ideen nicht selbst. Die Unternehmen stellen eine Frage und hoffen auf innovative Ideen aus der Community. Dabei sind folgende Risiken und Nebenwirkungen bei einer Crowdsourcing-Initiative zu berücksichtigen:

1. Die Zusammensetzung und Expertise einer Community sollen zur Frage passen.
Zum Beispiel: Stellt man eine Frage mit Konnex zu einer Branche, wo spezielles Know-How erforderlich ist, an eine Community, die üblicherweise Ideen zu Konsumgütern entwickelt, wird man nicht sehr erfolgreich sein.

2. Die Fragestellung ist ein Erfolgsfaktor. Stellt man die Frage falsch und unklar, kommt nach dem Motto „Garbage In, Garbage Out“ nicht das Gewünschte raus. Am besten ist es, ausreichend Hintergrundinfos zur Verfügung zu stellen.

3. Die Phase der Auswertung der eingereichten Ideen macht den höchsten Arbeitsaufwand aus und soll daher bei der Planung nicht unterschätzt werden.

4. Eine der größten Herausforderungen ist der Umgang mit den Ergebnissen in der Verwertungsphase.

  • Die Ergebnisse sollen nicht einfach in der Schublade verschwinden.
  • Mit den Ideen soll respektvoll umgegangen werden. Immerhin treten die Kreativen alle Rechte ab und bekommen in Relationen zu den möglichen Einnahmen bei Markterfolg ein relativ geringes Gehalt. Daher soll der Einreicher auch entsprechend entlohnt und die kreative Leistung anerkannt werden.
    Denn gibt es hier Unstimmtigkeiten, kann es schnell zur Demotivation der Ideencommunity kommen und Ruf und Image sind ruiniert.
  • In der Verwertung steckt der größte Aufwand und das sollte auch in den Gesamtkosten beim Crowdsourcing-Projekt berücksichtigt werden. Nicht, dass dann einfach zur Umsetzung keine Budgets mehr verfügbar sind.
  • Achtung auch bei den Eigentumsrechten, dass dies exakt geklärt ist.

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33 erfolgspinzipienQuellen:

Innovation Bootcamp: Unternehmen + Start-ups + 1 Tag = Genial

26 Oktober 2013

Barcamp, Bootcamp, Edcamp … ein Dschungel von Unconferencing Methoden für Workshops & Co. Und dann entdecke ich einen Stern: das Innovation Bootcamp der Phantasie Manufaktur.

Klingt einfach, ist aber genial: Beim Innovation Bootcamp treffen die Experten eines (großem) Unternehmen und Start-ups aufeinander und entwickeln, meist einen Tag lang gemeinsam Ideen und Produkte. Ein Erfolgsbeispiel ist die App “Impulssparen” der Ersten Bank, die sie gemeinsam mit Menschen aus Start-ups innerhalb nur einem Tag entwickelt haben.

Agenda & Setting

  1. Nachdem das Setting und die Anforderungen klar sind, geht es in Medias Res.
  2. In einer Kreativsession wird der Trichter weit geöffnet: Ideen werden entwickelt. Alles ist möglich und erlaubt. Ein Marktplatz der Ideen wird eröffnet.
  3. Die besten Ideen werden gemeinsam ausgewählt und Teams bilden sich um die Ideen.
  4. In einem Art Wettbewerb arbeiten die gemischten Teams an den Ideen und entwickeln Konzepte. Das beste Konzept wird am Ende prämiert.

Viele Vorteile …

  • Die Wettbewerb fördert die Dynamik im Team – eine Art Gamification Effekt. Eine Kraftschub, der voll in den Ideenprozess fließt.
  • Start-ups sind äußerst kreative, offene und motivierte Menschen. Unternehmen können dadurch sehr viele wertvolle Impulse von außen erhalten.
  • Und es ist eine großartige Bereicherung für die Unternehmenskultur – auf beiden Seiten, jeder kann vom Anderen lernen.

Und die Antwort zu dem Klassiker unter den Fragen

“Prallen hier nicht zwei verschiedene Welten aufeinander?”

Ja, das tun sie, aber sie befruchten sich gegenseitig.

Am Ende erkennt man nicht mehr, wer vom Großunternehmen und wer vom Start-up ist. Die Leute bündeln ihre Energie so stark auf das Thema und die Lösungsideen. Die Herkunft ist letztendlich egal, wenn man das Ziel in den Mittelpunkt rückt!

Und wenn Sie ein Look and Feel von der Methode erhalten wollen – hier die bewegten Bilder des Innovation Bootcamps mit dem Ergebnis “Impulssparen”.



http://www.youtube.com/watch?v=FmZOOtozHJU

 

Innovationssoftware für offene Innovation – eine Marktstudie

21 Mai 2013

Mit offener Innovation können Sie die Kreativität von Kunden, Ihren Mitarbeitern, Lieferanten oder Experten erschließen. Das Konzept lässt sich für vielerlei Zwecke einsetzen. Ideenmanagement, Innovationsmanagement oder Kostensenkung sind nur drei Beispiele. Um eine erfolgreiche Kampagne für offene Innovation benötigt man eine entsprechende Software und Wissen. Mit diesen beiden Werkzeugen ist es so einfach wie nie, eine erfolgreiche Kampagne zur offenen Innovation durchzuführen.

Das Team rund um Jürgen H. Stäudtner von Cridon hat dazu eine weltweite Internetrecherche zu Ideenmanagement- und Innovationsmanagement-Software durchgeführt. Dabei sind sie auf 44 Anbieter aufmerksam geworden. Es wurden die 19 Unternehmen näher betrachtet, deren Software die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Ideengenerierung und -umsetzung erfüllt (Funktionalität) und die eine respektable Marktstellung haben (Erfahrung). Im Folgenden sehen Sie die wesentlichen Ergebnisse. Die gesamte Studie mitsamt den Namen und den Beschreibungen der gewerteten Anbieter können Sie hier anfordern: http://www.cridon.de/kontakt.

Die Top 4 Anbieter

 

Der Markt ist unübersichtlich – eine Konsolidierung steht bevor

Die Bandbreite an Lieferanten von Ideen- und Innovationsmanagement-Software ist groß, wobei die Mehrheit aus Europa und Nordamerika stammt. Es hat sich noch kein dominanter Anbieter entwickelt. Aber der Markt ist dynamisch, weswegen die Studie nur eine Momentaufnahme darstellt. In den nächsten Jahren wird eine Konsolidierung erwartet, weil viele Anbieter die zunehmende Entwicklungsgeschwindigkeit der Software nicht halten können.

Experten gewinnen bei Funktionalität und Erfahrung

Vier Anbieter sind die Gewinner unserer Studie. Auf Grund der Anzahl durchgeführter Projekte setzen sich diese Hersteller von der breiten Masse ab. Sie konnten in den letzten Jahren bereits stark expandieren. Drei dieser Anbieter konzentrieren sich vornehmlich auf Software und bieten nur eingeschränkt Beratung an. Wir erwarten einen klaren Trend in dieser Richtung, denn die Entwicklungsgeschwindigkeit der Experten ist hoch.

Spezialisten erschließen neues Potential

In den letzten Jahren haben sich einige neue Firmen gegründet, die innovative Ansätze verfolgen, oder sich auf ein Land beschränken. Hier finden sich Anbieter, die vorgefertigte Softwarepakete anbieten. Es gibt auch Anbieter, die auf die Nähe zu Unternehmenssoftware spezialisiert sind, wie Microsoft Sharepoint oder Lotus Notes von IBM.

Serviceanbieter beraten auch

Diese Anbieter stellen Beratung und Software auf eine Stufe und bieten kombinierte Leistungen an. So unterstützen sie nach eigener Aussage nicht nur die Anwendung der Software, sondern auch grundlegendere Themen in Bezug auf Innovation. Möglicherweise schränkt dies die Unabhängigkeit der Beratung ein. Dieses Vorgehen scheint die Kraft für die Weiterentwicklung der Software zu nehmen. Experten entwickeln schneller; Spezialisten meistens auch.

Viele IT-Anbieter haben andere Standbeine

Einige Unternehmen, und die Mehrzahl der nicht gezeigten Unternehmen, sind IT-Anbieter. Sie haben die Chance genutzt, auch eine Ideenmanagement- und Innovationsmanagamement-Software anzubieten. Kennt man die Funktionen der Gewinner der Studie, so wirkt so manche Funktionsbeschreibung altbacken. Diese Anbieter werden den Anschluss als Erste verlieren, wenn sie keine Nische finden.

Wenn Sie mehr wissen wollen – die gesamte Studie können Sie kostenlos hier anfordern:
http://www.cridon.de/kontakt

Social Forecasting – eine Methode für Strategen und Innovationsmanager

18 September 2012

Viele unternehmerische Entscheidungen wie beispielsweise Marktprognosen oder Strategien können kaum auf Basis von Vergangenheitswissen getroffen werden. Vorhersagen zu Trends und Entwicklungen sind ebenfalls schwierig. Und hier kommt die Methode “Social Forecasting” ins Spiel. Sie ist an Crowdsourcing angelehnt und nutzt für Entscheidungen die kollektive Intelligenz der Mitarbeiter.

Auf Basis von Web 2.0 Technologien können Mitarbeiter einfach in Entscheidungen eingebunden werden. Ähnlich wie bei Prediction Markets werden konkrete Fragen an Mitarbeiter gestellt. Anwendung findet die Methode z.B. bei

  • Marktprognosen, z.B. Verhalten Wettbewerber, Kunden, Absatzzahlen, Marktanteile etc.
  • Produktinnovationen, z.B. Umsatzzahlen, Chancen
  • Technologietrends
  • Wirtschaftsprognosen
  • Strategische Entscheidungen

Ziel ist es nicht, eine Unmenge an Informationen wie Kommentare zu sammeln, sondern konkrete Antworten wie Votings oder quantitative Abschätzungen zu erhalten. Durch den geringen Aufwand ist auch die Teilnahmebarriere geringer und somit die Beteiligungsrate entsprechend hoch, was die Qualität der Daten erhöht.

Die Vorteile von Social Forecasting sind

  • Man erhält in kurzer Zeit wichtige Informationen als Entscheidungsgrundlage.
  • Einfach Umsetzung, technisch nicht aufwendig.
  • Die Entscheidung basiert auf vielen Expertenmeinungen.
  • Sensible Unternehmensdaten und Entscheidungen werden nicht an Externe ausgelagert.

Allerdings gibt es zum letzten Vorteil auch Zweifel. Durch das Stellen der Frage wird auch Informationen an eine Vielzahl von Mitarbeitern preisgegeben. Und wer kann sicherstellen, dass hier nicht Lücken sind. Meist handelt es sich dabei um strategisches und kritisches Wissen zur Unternehmenszukunft.

Anwendung von Social Forecasting im Innovationsmanagement

Sie kennen es sicher: Sie haben eine fast unendliche Liste an Ideen und müssen die Erfolgsversprechenden auszuwählen. Meist versucht man, ein Kriterienset zu entwickeln (z.B. Machbarkeit, Umsatzpotential, …) und lässt die wichtigsten Experten die Ideen auf Basis der Kriterien zu evaluieren. Mit ausführlichen Algorithmen (mit Gewichtungen …) wirft dann Excel die Top Ideen aus.

Aber …

  • … Repräsentieren die Experten tatsächlich den Markt. Um sich abzusichern, befragt man meist Abteilungsleiter, die aber schon lange nicht mehr mittendrin im Markt sind.
  • … Obwohl man nur wenige Leute frägt, kann es Wochen dauern bis alle Bewertungen retour sind.
  • … Haben wir die richtigen Kriterien angewandt. Schon alleine mit der Kriterienwahl und  Methode der Berechnung kann man die Ergebnisse beeinflussen / manipulieren.

Hier wird hohes Potential für die Methode “Social Forecasting” gesehen. Vertriebsmitarbeiter - Sie kennen den Markt und ihre Kunden! Dort schlummert immenses, aber oft ungenutztes Marktwissen zur Auswahl von Innovationsideen. Sie kennen viele Kunden und können abschätzen, ab das neue Produkte Absatzchancen hat (immerhin müssen sie es ihnen auch verkaufen). Und das natürlich auch konkret quantifizieren, z.B. Umsatzzahlen, mögliche Preise.

Wie könnte das in der Praxis aussehen?

  • Im Intranet wird eine Ideenliste zur Verfügung gestellt.
  • Es wird eine konkrete Frage gestellt. z.B. Wie schätzen Sie die Umsatzchance der neuen Produkte in Ihrem Markt ein?
  • Funktionen zur Beantwortung könnten z.B. Sterne oder Skalen sein (quantitativ auswertbar). Zusätzliche Kommentarfunktionen können weitere wertvolle Informationen bringen.
  • Auswahl und Einladung der Zielgruppe. Hier ist sicherzustellen, dass es ein repräsentativer Querschnitt des Marktes ist.

ABER: Achten Sie immer auf die Qualität der Daten! Haben viele Vertriebsmitarbeiter aus einem kleinen Markt und kaum jemand aus den großen  Schlüsselmärkten beantwortet, sind die Daten nahezu wertlos.

Social Forecasting hat großes Potential im Unternehmensalltag. Aber wie bei jeder Methode kommt es immer auf die richtige Anwendung an. Eine falsch gewählte Frage, die Preisgabe falscher Information oder die falsche Wahl der Zielgruppe kann die Anwendung schon im Sand verlaufen lassen.

Quelle und weitere Informationen: http://www.business-wissen.de/organisation/social-forecasting-und-mitarbeiterwissen/druck.html

Produktkliniken – Das etwas andere Innovationstool in der frühen Innovationsphase

10 Juni 2012

Produktkliniken sind ein verbreitetes Tool zur Innovationsmarktforschung in der Autoindustrie. Konzepte, Zeichnungen oder erste Prototypen einer neuen Innovation werden zum Ansehen und Angreifen Kunden präsentiert. Meist auf Messen wird so Feedback zu Innovationsideen gesammelt, um die Idee weiter zu entwickeln und reifen zu lassen.

Der erste Gedanke vieler Manager ist allerdings „Wir können doch nicht unsere Innovationsideen im frühen Stadium öffentlich und somit der Konkurrenz präsentieren!“. Daher empfiehlt sich nicht jedes Konzept für eine Produktklinik.

  • Strategische, radikale Innovation sollten nicht präsentiert werden, außer man hat schon einen Zeit- oder Kompetenzvorsprung, den der Wettbewerber nicht aufholen kann.
  • Möglich sind allerdings sehr radikale, fast utopische und unrealistische Ideen. Das polarisiert, regt die Diskussion und Kreativität an und so erhält man in Gesprächen viele interessante Informationen von Kunden.

Wichtig ist die Auswahl der Innovationsideen mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl, um nicht falsche Signale am Markt zu setzen, z.B. die Konkurrenz oder falsche Erwartungen bei Kunden zu wecken.

Quelle: ClipartsProduktkliniken bieten eine Menge an Vorteilen:

  • Barometer und Sensor für Marktinformationen.
  • Interaktion mit Kunden und Stakeholdern und somit Netzwerken.
  • Menschen wollen nicht nur mehr Informationen und Produkte konsumieren, sondern selbst mitgestalten. Somit gewinnt man mit Produktkliniken Aufmerksamkeit, und kann sich bei Messen von anderen Ausstellern differenzieren.
  • Positionierung als innovativ und zukunftsorientiert.
  • Pre-Marketing – Interesse für zukünftige Produkte wecken.

Produktkliniken bieten sich bei allen Events an, wo potentielle Kunden und Anwender anzutreffen sind, beispielsweise neben Messen auch Fachkonferenzen aber auch interne Kundenevents.

Also warum nicht beim nächsten Event den Mut haben und eine Produktklinik veranstalten. Es lohnt sich garantiert!

GE Global Innovation Barometer – How innovation will change

1 Oktober 2011

StrategyOne recently conducted an international study for General Electric to produce what GE calls the “GE Global Innovation Barometer”. In the last years, GE has opened up its innovation management and integrated quite a number of collaborative approaches. A prominent example is GE’s ecomagination challenge. In fact, in a number of dimensions GE can be seen as a global benchmark in Open Innovation.

GE issued the study to better understand how innovation is changing and how social expectations regarding innovation are shifting. In the study, 1,000 senior executives from 12 countries were interviewed in order to analyze perceptions around innovation challenges, to gain insights on current drivers and barriers to innovate and to identify best practices from innovation champions. The countries covered included (in alphabetical order) Australia, Brazil, China, Germany, India, Israel, Japan / South Korea, Saudi-Arabia / UAE, Sweden and USA. All of the executives interviewed were directly involved in their company’s innovation processes and at VP-level or above. The study touched quite a number of aspects.

In the survey, more than three-quarters of executives (77%) said they believe the greatest innovations of the 21st century will be those that help address human needs, such as improving health quality or enhancing energy security, more than those that simply create the most profit.

To summarize the three key findings: A vast majority of the executives interviewed  believe that

  • the way firms are innovating will be totally different from the past,
  • innovation is about partnerships more than the success of an organization alone and that
  • innovation will be driven by SMEs and a combination of players.

Source: http://www.gereports.com


Sources
:

Die vielen Vorteile von Crowdsourcing – am Beispiel Schuhschrankträume

30 September 2011

Kennen Sie das auch: Viele Schuhe, wenig Platz? Liebe Männer, bitte jetzt nicht abspringen. Es geht nicht um Schuhe, es geht um Crowdsourcing, um Crowdsourcing für Schuheschränke.

Fashion For Home, der Onlineshop für günstige, aber hochwertige Designermöbel führt gemeinsam mit Zalando („AAAAAAA“ – Schrei vor Glück) und Julie als Medienpartner den Designwettbewerb „Traumschuhschrank“ durch.

Die Idee, Möbelstücke von den eigenen Kunden entwerfen zu lassen, ist bei FASHION FOR HOME nicht neu. Seit der Gründung 2009 können Möbeldesigner und Hobby-Designer Entwürfe einsenden und im Voting-Bereich abstimmen lassen. Ideen, die die Kunden überzeugen, werden zur Serienreife entwickelt und ins Sortiment aufgenommen. Nun möchte FASHION FOR HOME gemeinsam mit Zalando mit dem Design Contest „Traumschuhschrank“ die Aspekte, das jeder seine Produktideen vorstellen kann, noch mehr hervorheben.

Der Innovationsprozess dahinter ist sehr einfach und unkompliziert:

  1. Ideensammlung:
    Rund 6 Wochen lang kann jeder seine Entwürfe einschicken, egal ob Strichzeichnung oder CAD-Plan. Einsendeschluss ist der 15. Oktober.
  2. Ideenbewertung:
    Alle Entwürfe werden auf der Voting Seite gepostet und jeder kann bis 30. Oktober mitabstimmen. Die Nutzer entscheiden, welche drei Modelle realisiert werden.
  3. Produktentwicklung:
    Im November realisieren Produktentwickler die Modelle.
    Der erste Prototyp geht jeweils an die Designer und Ideengeber. Von jedem Modell werden jeweils drei Modelle unter allen Teilnehmern verlost.
  4. Markteinführung:
    Die Gewinnermodelle werden ins Sortiment aufgenommen.
    Alle Teilnehmer erhalten als Dankeschön 10 % Rabatt, wenn Sie einen dieser drei Schuhschränke kaufen.

Voting-Seite

Was sagen Sie dazu – eine geniale Idee? Design- oder Ideenwettbewerbe sind zwar nichts Neues und Besonderes mehr, aber die Traumschuhschrank-Initiative ist in gewisser Maßen etwas Spannendes. Der Contest bringt aus unternehmerischer Sicht mit einem relativ geringen Aufwand einen hohen Nutzen:

  • Der vordere Teil des Innovationsprozesses, speziell die Marktforschung – was brauchen unsere Kunden -, die Ideengenerierung, deren Bewertung und Auswahl werden an den Kunden outgesourct.
  • Die Zielgruppe sind die Kunden und Interessenten von Zalando, Fashion For Home und Jolie. Es muss nicht eine Unmenge an Energie in den Aufbau einer Community gesteckt werden. Das spart wieder Zeit und Geld, um an Ideen zu kommen.
  • Außerdem werden durch die Kooperation zwischen Schuh- und Möbelhändler Synergien optimal genutzt.
  • Das Schuhproblem kennen viele, ein Alltagsproblem. Und man braucht keinen besonderen Ingenieurs-Skills, um eine Lösung für das Problem zu entwerfen. Man muss nur seine Idee auf Papier bringen können, sonst gibt es keine Barriere für die Teilnahme.
  • Der Prozess und die Abwicklung im Web sind relativ simpel. Die Idee wird per e-Mail eingesendet und auf die Voting-Seite gestellt. Mit Abschätzung der Preise. Durch die unkomplizierte Umsetzung fallen wahrscheinlich auch keine hohen Kosten für die Plattform an.
  • Der Zeitplan ist optimal angesetzt. Die Designer erhalten so bald Feedback und die Produkte werden rasch umgesetzt. So bleibt der „Ofen warm“ und die Designer und Kunden bleiben an Bord und wandeln sich eventuell zu Käufern.
  • Durch das Voten und den 10%igen Rabatt werden Anreize gesetzt, dass die Befürworter das Produkt auch kaufen.
  • Und dazu kommt dann noch der Beitrag zum Branding und Marketing.

„Traumschuhschrank“ ist eine tolle Case Study. Natürlich hat die Medaille auch eine andere Seite: Es gibt auch Risiken, wie zum Beispiel dass das Voting von Anhängern und Freunden der Einreicher manipuliert wird und die Schuhschränke letztendlich nicht Erfolg ernten.

Aber es kann resümiert werden, dass mit einem relativ geringen Aufwand ein hoher Nutzen erzielt wird. Durch die Kooperation der drei Unternehmen und durch die Crowd-Effekte profitiert das Unternehmen in Sachen Marktforschung, Ideengenerierung, Ideenbewertung und Auswahl, Neuproduktvermarktung und Werbung. Und vor allem, wenn man überlegt, was diese Aktivitäten üblicherweise an Zeit und Geld in Anspruch nehmen, beispielsweise die Auswahl der richtigen Ideen für die Produktentwicklung.

Neugierig geworden? Dann besuchen Sie http://www.fashion4home.de/traumschuhschrank.

Open Innovation in Europa

21 September 2011

Am 8. September wurde von der EU die Studie “Open Innovation in Europe: Effects, Determinants and Policy” veröffentlicht.

Die empirische Studie widmet sich den Praktiken und Strategien europäischer Unternehmen in Bezug auf Open Innovation. Sie beweist, die Öffnung der Innovationsprozesse eine positive Wirkung auf die Innovationsleistung hat.
Anschließend werden die Auswirkungen der Erkenntnisse auf die zukünftige Innovation Policy diskutiert.

Weitere Informationen und Download der 235-seitigen Studie unter:
http://www.proinno-europe.eu/inno-grips-ii/workshop/exploring-potential-open-innovation-eu-2020-strategy-comprehensive-insight-tr

Open Innovation Plattformen in der Praxis – Nutzen, Motive und Erfolgsfaktoren

13 September 2011

„Kaum ein Thema treibt Unternehmen heute so sehr an wie „Open Innovation“ – die Öffnung des Innovationsprozesses. Und kaum ein Thema ist mit so viel Hoffnung und so viel Unklarheiten besetzt.“ (Zukunftsinstitut)

Aus diesem Grund hat das Zukunftsinstitut in Zusammenarbeit mit der Wiesbaden Business School zwei studentische Forschungsprojekte durchgeführt. Eines davon möchten wir Ihnen gerne vorstellen.

Das Projekt beschäftigt sich mit Open Innovation Plattformen. Die Studie besteht aus 3 Teilen

  • Untersuchung der deutschen Top 100 Unternehmen auf Verwendung von Open Innovation Plattformen. Hier zeigte sich, dass 69 % Open Innovation Plattformen nutzen. Im Detail wurden die Plattform-Arten, Methoden und Branchen untersucht.
  • Durchführung einer allgemeinen Befragung unter 128 Teilnehmern über die Bekanntheit von Open Innovation Plattformen, Chancen und der Motive für die Teilnahme.
  • Im dritten Teil wurde noch eine Expertenumfrage durchgeführt, die interessante Einblicke über intrinsische und extrinsische Motive für eine Teilnahme bringen.

Zusammenfassend können folgende Erfolgsfaktoren abgeleitet werden:

  • Richtiger Motivationsmix.
  • Keep It Simple.
  • Community.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen klären.
  • Aktive Moderation und Steuerung des Ideenfindungsprozesses.

Die gesamte Ergebnispräsentation finden Sie als Download unter http://www.zukunftsinstitut.de/downloads/1_Erhebung_OpenInno_FHWi_ZI_2011.pdf 
(Link vom 13. Aug. 2011).

Innovation 2.0 – eine Kulturrevolution im Innovationsmanagement oder nur ein Sturm im Wasserglas?

18 Juni 2011

Gastbeitrag von Mag. Klaus Baier

Zusammenfassung aus der Masterarbeit „Innovation 2.0 – Die Verwendung von Web 2.0-Werkzeugen zur Steigerung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit in Unternehmen“

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Im Rahmen der Masterarbeit wurde untersucht, ob der Einsatz von Web 2.0-Werkzeugen Veränderungen für das Innovationsmanagement in Unternehmen mit sich bringt. Ziel der Untersuchung war, der Frage nachzugehen, ob durch die Verwendung derartiger Werkzeuge die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen gesteigert werden kann. Als empirische Methode wurden teilstandardisierte Interviews mit Experten aus Beratung und Unternehmen gewählt.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Einflussmöglichkeiten von Web 2.0-Werkzeugen, auf die Innovationskraft eines Unternehmens an sich beschränkt sind. Unter den Experten herrscht weitgehend Einigkeit, dass der unmittelbare Einfluss nicht überschätzt werden darf und auch schwer messbar ist. Ein bereits bestehendes innovationsfreudiges Umfeld in Unternehmen wirkt jedenfalls unterstützend auf eine erfolgreiche Implementierung von Innovation 2.0. Eine offene Unternehmenskultur, eine strategische Zielsetzung und flache Hierarchien sind wesentliche Erfolgsfaktoren, wenngleich nicht Basis für eine nachhaltige Etablierung.

Aus der qualitativen Untersuchungsmethode wurde eine Art idealtypischer Sollzustand abgeleitet, beschrieben und  mit der vorhandenen Literatur verglichen. Zusammenfassend lässt sich behaupten, dass die Ergebnisse der Experteninterviews weitgehend der vorhandenen und verfügbaren Literatur entsprechen. Innovation 2.0 ist als Thema noch sehr jung und neben vielen anderen Web 2.0-Initiativen sicherlich auch stark durch Berater und Softwareanbieter getrieben. Die großen Erfolgsgeschichten fehlen. Zu viele Unternehmen sind noch in einem Experimentierstatus, um Innovation 2.0 als breites erfolgreiches Thema bezeichnen zu können. Ohne ein existierendes und funktionsfähiges Innovationsmanagement im Unternehmen, kann es auch Innovation 2.0 nicht geben. Web 2.0-Werkzeuge können nur unterstützend wirken, sind nur ein Mittel zum Zweck und gelten für sich allein gestellt nicht als Erfolgsgarant.

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis von Menschen und in Unternehmen zeigt sich immer mehr, dass die effiziente – aber freie – Kommunikation zwischen Wissensträgern eine Grundvoraussetzung für effizientes Wissensmanagement und auch für Innovationsfähigkeit ist. Dieses Bedürfnis ist jedenfalls eine gute Basis für Innovation 2.0 in den nächsten Jahren. Letztendlich hängt es von den Unternehmen ab, die Kommunikation- und Dialogfähigkeit der Mitarbeiter zum Vorteil des Unternehmens einzusetzen. Allgemein lässt sich zur Einführung von Social Software in Unternehmen sagen, dass der wichtigste Erfolgsfaktor, der Fokus auf den Nutzen für jeden einzelnen Akteur ist. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen muss positiv sein. Den Benutzern darf kein besonderer Mehraufwand abverlangt werden, ohne ihnen einen direkten Nutzen zu bieten.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Der Weg zu Innovation 2.0 ist langwierig und erfordert die Überwindung so mancher Hürden. Innovation 2.0 wird nicht dadurch entstehen, dass in den Unternehmen einfach Innovation 2.0-Werkzeuge bereitgestellt werden. Es geht um eine neue Art des Managements, der Kommunikation und der Kollaboration. Um diesen Weg erfolgreich gehen zu können, ist eine Innovation 2.0-Strategie, die verdeutlicht, wie man sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen möchte, erforderlich.

Innovation 2.0 kann ohne eine bereits bestehende Innovationskultur in Unternehmen nicht stattfinden. Technologie, im Sinne vom Einsatz durch Web 2.0-Werkzeugen, unterstützt zwar den Prozess, ist aber keinesfalls die tragende Säule für ein erfolgreiches Innovationsmanagement. Innovation 2.0 ist keine Frage von Technologie und Applikationen allein, sondern geht weit über die Veränderung von Unternehmensstrukturen hinaus. Innovation 2.0 ist vielmehr eine ganzheitliche Unternehmensphilosophie, die auf Selbstorganisation, Hierarchieabbau und Partizipation setzt.

Unternehmen müssen bei sich ständig ändernden Rahmenbedingungen Kreativitäts-, Kollaborations- und Kommunikationsarbeitsplätze schaffen um innovativ und wettbewerbsfähig zu sein. Erfahrungen und Wissen zu ähnlichen Themen sind in Unternehmen oft sehr stark verteilt. Sofern mittels Web 2.0-Werkzeugen Synergien aus dem gemeinsam vernetzten Wissen nutzbar gemacht werden können, wirkt dies jedenfalls positiv auf die Innovationskraft eines Unternehmens. Web 2.0 unterstützt den Blick auf Problemstellungen durch unterschiedliche Akteure aus verschiedenen Perspektiven und ermöglicht direkte Kommunikationswege über unterschiedliche Unternehmensbereiche hinweg.

Innovation 2.0 ist eine Multiplikation aus Innovationskultur, Innovationsstrategie und der unterstützenden Technologie, eingebettet in eine innovationsfördernde Organisation. Diese Aussage soll in der „Innovationsformel 2.0“ dargestellt werden:

Sofern ein Teil der Multiplikation gleich Null ist, findet keine Innovation 2.0 statt. Innovation 2.0 ist ein Zusammenspiel von Kultur, Organisation sowie Technologie und muss in der Unternehmensstrategie festgeschrieben sein.

Nur wenige Unternehmen haben bis jetzt die Transformation in Richtung Enterprise 2.0, oder aber auch Innovation 2.0, erfolgreich hinter sich gebracht. Interne Vernetzung, Flexibilität der Organisation, aber auch Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft sind die vorrangig gesteckten Ziele, die es zu erreichen gilt. Die Erschließung neuer Märkte und die Entwicklung neuartiger Geschäftsmodelle wurden mit Innovation 2.0 bislang nur in Einzelfällen realisiert.