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Wie wird innoviert in KMUs? Mit System oder wird jedes Mal das Rad neu erfunden?

16 November 2011

Gastbeitrag von Bernhard Hofer
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Die Ausgangslage

Aus dem letzten Mittelstandsberichts des österreichischen Bundesministeriums für Wirtschaft, Forschung und Familie geht hervor, dass KMUs  mehr als 99 % der Unternehmen in Österreich und beschäftigen hierin mehr als 60% aller unselbstständig Erwerbstätigen. (vgl. BMWFJ Mittelstandsbericht 2010).

Übersicht KMUs in Österreich (Quelle: BMWFJ, 2010)

Neben der Bedeutung für den österreichischen Arbeitsmarkt sind die österreichischen KMUs auch im Bereich der Innovation in der Europäischen Union führend wie aus dem Small Business Act Fact Sheet 2009 hervorgeht (vgl. Europäische Kommission 2010).

 Innovation & KMU im EU Vergleich (Quelle: EU, 2009)

 

Wie aus der Tabelle ersichtlich beschäftigt sich ein Großteil der KMUs (49,2 %) mit Innovationen und mehr als zwei Drittel (77,8 %) der österreichischen KMUs haben in der Beobachtungsperiode neue Produkt kreiert und/oder damit Erträge erwirtschaftet. 

Aus diesen Zahlen und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten drei Jahre (vgl. Abbildung 1) lässt sich ableiten, dass der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen aller Sektoren und Größenklassen zugenommen hat.

Wirtschaftswachstum Global 1998 – 2009 (Quelle: Statistik Austria)

Trotz der wirtschaftlich volatilen Zeiten und den immer enger werdenden Ressourcen wird aus den Erhebungen der Eurostat im Bezug auf Innovation klar ersichtlich, dass der Trend zu mehr Innovationen geht. Der Vergleich der erhobenen Daten der „Community Innovation Surveys“ aus den Jahren 2006 und 2008 in den Bereichen Innovationstätigkeit bei Produkt- und Prozessinnovationen (Product and Process Innovation) als auch im Bereich der Aufwendungen für Innovationen (Innovation activity and expenditure) an, zeigt deutlich, dass die Tätigkeiten der Unternehmen in diesen Beobachtungspunkten zugenommen haben. Die Daten dieser Untersuchungen werden von der Eurostat, dem europäischen Amt für Statistik, frei zugänglich zur Verfügung gestellt:

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/statistics/search_database 

In der von Booz and Company erstellten Studie „The Global Innovation 1000: How the Top Innovators keep winning“

Siehe: http://www.booz.com/global/home/what_we_think/featured_content/innovation_1000_2010) werden die Zusammenhänge zwischen den finanziellen Aufwendungen für Innovation und den vermeintlichen Innovationserfolgen untersucht. Die Studie kommt zum Schluss, dass statistisch kein signifikanter Zusammenhang zwischen finanziellen Aufwendungen für Innovationen und dem Innovationserfolg hergestellt warden kann.  Die Studie erklärt weiter, dass die Hauptfaktoren für den Innovationserfolg eine Kombination sind aus:

  • Talent
  • Wissen
  • Team- und Unternehmensstruktur
  • Beherrschter Innovationswerkzeuge
  • Stabiler und beherrschter Prozesse

(vgl. Jaruzelski, B./Dehoff K., 2010).

Bernhard Hofer führt auf Basis dieser Hintergründe eine Studie durch, um herauszufinden, wie KMUs Innovation betreiben. Der Fokus des Fragebogens liegt auf dem System und der Herangehensweise wie Unternehmen aus innovativem Input ein Produkt, eine Dienstleistung und/oder einen Prozess formen. Bezugnehmend auf die Studie von Booz&Company und eigenen Erfahrungen im Bereich des angewandten Innovationsmanagements soll untersucht werden, ob Innovationswerkzeuge bekannt sind, angewandt werden und ob hinter der Innovationskraft der KMUs stabile Prozesse stehen. Im Grunde soll der Grundfrage nachgegangen werden:

„Wie wird Innovation in KMUs betrieben?“

Der Fragebogen: https://www.soscisurvey.de/Innovation2011MCI/

Zum Autor

Bernhard Hofer ist berufsbegleitender Student am Management Center Innsbruck mit der Vertiefungsrichtung Prozess-, Projekt und Qualitätsmanagement, sowie Informations- und Wissensmanagement. Beruflich ist der Autor derzeit bei der Firmengruppe Bellutti Planen für Projektmanagement, Business Development und Innovationen zuständig.