Wie Unternehmen durch Innovation aus eigener Kraft wachsen

By | 21. Oktober 2013

Nahezu alle Unternehmen streben nach Wachstum und erhoffen sich durch den höheren Umsatz auch einen höheren Ertrag. Dazu stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung.

Anorganisches Wachstum durch Zukauf von Unternehmen, Mergers und Partnerschaften.

Die Vorteile sind, man hat rasch Zugang zu einem neuen Markt und hat gleich ein funktionierendes Produkt mit der entsprechenden Organisation.

Das kann aber auch zur Herausforderung werden, vor allem bei Akquisitionen. An der Integration des zugekauften Unternehmens mit ihren Produkten, Prozessen und Menschen in die bestehende Struktur sind schon viele Unternehmen gescheitert. Es gilt, eine gemeinsame Identität (Kultur, Werte und Design / CI) zu wahren, Prozesse zu verbinden, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln etc. Ein Change Prozess, der viel Zeit kostet, aber allzu oft zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Und so rauschen auch schon die Problematiken ins Haus.

Unternehmen können aus eigener Kraft – organisch – wachsen.

Produktinnovationen durch Kompetenzerweiterung oder neue Märkte lassen Unternehmen von innen heraus wachsen.

Durch KOMPETENZERWEITERUNG können in einem bestehenden Markt zusätzliche Produktprogramme angeboten werden. Ein interessantes Beispiel ist das Unternehmen Swarco , die mit Reflektoren für Straßenmarkierungen starteten. Heute bieten sie Ampelsysteme, Parksysteme, Beschilderungen, Verkehrssysteme etc. an. Sie sind permanent im Markt Verkehrssicherheit gewachsen, indem sie durch neue Produkte ihr Angebotsportfolio erweitert haben.

Die Vorteile dieser Wachstumsstrategie:

  • man kennt das Marktterrain.
  • Unsicherheiten und Risiken werden dadurch reduziert.
  • man hat schon Kontakt zu den potentiellen Kunden.
  • durch die Sortimentserweiterung wird man zum bevorzugten „Alles aus einer Hand“-Anbieter – Synergien für den Kunden und den Anbieter.

Die Herausforderung ist, man muss zum Teil ganz neue Technologien und Kompetenzen entwickeln oder zukaufen. Das birgt Risiken und kostet viel Zeit, bis man die Produktreife erreicht hat.

Durch Produktinnovationen auf Basis der bestehenden Kompetenzen, Ressourcen (z.B. Produktionskapazitäten) oder Technologien können NEUE MÄRKTE erschlossen werden.

Beispielsweise steigt ein Möbelhersteller mit Holzhäuser in die Baubranche ein. Oder Oberflächentechnologien aus der Lackindustrie finden in der Holzindustrie Anwendung.

Unternehmen erobern so neue Branchen und Märkte, der Vorteil neben dem Wachstum ist auch eine Risikostreuung auf verschiedene Märkte.

Durch den Technologie- und Kompetenztransfer können aufgrund des alternativen Zugangs ganz innovative Lösungen entstehen. Da man noch nicht „betriebsblind“ ist, können so Produkte entstehen, auf die die bestehende Industrie nicht gekommen wäre. Man bringt frischen Wind in die Branche.

Der Nachteil ist das Risiko aufgrund des für die Organisation noch unbekannten Markts.

Auch die bekannte Ansoff-Matrix stellt strategische Wachstumsmöglichkeiten dar:

Unternehmen haben viele Optionen für Wachstum. Und durch Diversifikation und das Nutzen neuer Chancen sichert man langfristig die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens. Denn Disruptive Innovation haben in der Vergangenheit gezeigt, das Märkte durch neue Innovationen innerhalb kürzester Zeit zusammenfallen können. Und daher sichern mehrere „Standbeine“ die Zukunft.

Allerdings ist auch zu beachten, dass bei jeder Erweiterung des Produktprogramms die Komplexität steigt (verschiedene Vertriebskanäle, Produktionstechnologien, Marken …). Vielfalt zu managen ist eine der größten Management-Herausforderungen der heutigen Zeit. Und mit Komplexität steigen auch die Kosten. Das heißt, Wachstum bedeutet nicht immer bessere Renditen.

Also – Wachstum, ob und wie, ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen. Wachstum um jeden Preis – Nein. Es lauern viele Chancen, aber auch Risiken, die erst später mit ihren Folgen transparent werden und nicht mehr rückgängig gemacht werden können und Schäden hinterlassen können.

Übrigens, es ist gibt schon Unternehmen, die stellen einen „Growth Manager“ ein. Eine klasse Idee und betont die strategische Relevanz!! Wahrscheinlich ähnlich dem „Business Development“, aber bei dem Begriff fehlt mir allzu oft der Fokus.

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One thought on “Wie Unternehmen durch Innovation aus eigener Kraft wachsen

  1. Raimund Mauritz

    Guter Beitrag – aber in der Ansoff-Matrix sind die Felder oder Achsenbezeichnungen verrutscht. Marktentwicklung und Diversifikation passieren im neuen Markt und Produktentwicklung und Marktdurchdringung im alten Markt.

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