Wie kommt das Neue in die Welt – über Kreativprozesse, Wissensarbeiter und Räume

By | 25. November 2011

Inspiration für diesen Artikel: Interview von Thomas Fundneider, Markus Peschl und Andreas Kulick im Business Ready Blog: http://businessreadyblog.wordpress.com/2011/11/15/wie-kommt-das-neue-in-die-welt-teil-1/

„Dass geniale Ideen nicht planbar sind, liegt auf der Hand. Dass man jedoch Arbeitsbedingungen schaffen kann, unter denen Geistesblitze zur Tagesordnung gehören, sollte zu denken geben.“

Was sind die wesentlichen Randbedingungen für Ideen? Sind es Prozesse oder Werkzeuge, ist die Kultur oder sind es die Räume. In der Tat geht es um „Enabling Spaces“ und um all diese Faktoren, ein Gesamtmodell. Es geht um Freiräume, wo freies Denken und Spinnen erlaubt und gefördert wird. Neben der Kultur spielen die Räume eine wichtige Rolle. Dabei geht es aber nicht um architektonische Verschönerungen, sondern um Räume, die die Zusammenarbeit und Kreativität fördern. Und diese Frei-Räume können aber nur funktionieren, wenn auch die organisationalen Rahmenbedingungen stimmen.

Welchen Freiraum haben Ihre Mitarbeiter? Anja Förster hat bei Ihrem Vortrag bei der Jahrestagung Innovationsmanagement in München vorgeschlagen, die Mitarbeiter einfach zu fragen

  • „Können Sie selbst über Ihre Aufgaben entscheiden?“
  • „Entscheiden Sie selbst darüber, wie Sie an Aufgaben herangehen?“

Mit diesen beiden Fragen kann man sich schon interessantes Bild darüber schaffen, wie viel Freiraum die Mitarbeiter bekommen bzw. in Anspruch nehmen.

Andreas Kulick meint, dass man sich einfach auch mal vor Augen halten soll, dass Unternehmen kreativen Wissensarbeitern meist nur einen PC, Tisch und Stuhl bieten.

Aber was wollen Mitarbeiter, damit sie sich entfalten können?

  • Spannende Aufgaben
  • Selbstbestimmung
  • Flache Hierarchien
  • Kollaborationsmöglichkeiten
  • Netzwerke
  • …?

Und wollen alle Mitarbeiter diese Rahmenbedingungen und Aufgaben? Es gibt viele Menschen, die sich in starren und somit stabilen Strukturen am wohlsten fühlen und gegenüber Veränderungen abgeneigt sind. Das sind auch diejenigen, bei denen man nicht krampfhaftversuchen soll, sie zu verändern und zu Veränderung zu motivieren, sondern ihnen entsprechende Aufgaben und Umfelder zu bieten (also das gängige Standardumfeld). Sie sind vielleicht weniger agil und kreativ, tragen aber auch zur Leistung bei und verleihen dem Laden etwas mehr Stabilität. Denn immerhin benötigen wird eine gute Mischung aus Dynamik und Stabilität, um Gutes zu finden und zu festigen.

Kommen wir aber auf die „anspruchsvollen“ Mitarbeiter zurück. Der „War for Talents“ ist schon längst ganz oben auf der Agenda. Und welche Talente ein Unternehmen anzieht, hängt sehr stark von den Arbeitsräumen, Arbeitszeiten, Arbeitskulturen und Freiräumen ab.

Dazu kommt, dass Mitarbeiter neben der Veränderungsbereitschaft auch Mobilität mitbringen. Und wenn sie sich in einem Umfeld nicht wohl fühlen, wandern sie einfach weiter. Gute Leute sind nicht mehr vom Arbeitgeber abhängig, sondern umgekehrt.

Das Interview des Teams rund um theLivingCore betont die Relevanz von Räumen, organisational, technologisch und architektonisch, um Wissensarbeit, Kreativität und Wohlfühlen zu fördern. Nur so können Unternehmen in Zukunft Talente „in ihrem Räumen“ halten.

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One thought on “Wie kommt das Neue in die Welt – über Kreativprozesse, Wissensarbeiter und Räume

  1. Mag. Varetza-Pekarz Sabine

    Wichtig ist auch zu beachten, was diese „anspruchsvollen“ Mitarbeiter (oder wie ich sie nenne: Master of Innovation) nicht wollen: Das ist Kontrolle. Oder wie Bernhard Wolff im Innovationsprozess gesagt hat – liebe Führungskräfte: kontrolliert das Ergebnis und nicht den Prozess wie ein anspruchsvoller Mitarbeiter an die Lösung einer Aufgabe herangeht.

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