Was das Innovationsmanagement von der Softwareentwicklung lernen kann …

By | 28. Mai 2010

Haben Sie schon mal überlegt, ob die Softwareentwicklung und das Innovationsmanagement voneinander lernen können. Ein kurzes Googeln hat interessante Erkenntnisse gebraucht. Zwischen diesen beiden Disziplinen gibt es mehr Überschneidungspunkte, als manche glauben.

Mehr als die Hälfte der Softwareprojekte scheitern aufgrund Fehleinschätzungen, beispielsweise des Zeitbedarfs. Und die Projektdauer lässt sich nicht einfach durch den Einsatz weiterer Mitarbeiter verkürzen, weil sich dadurch der Organisations- und Kommunikationsbedarf erhöht.

Häufige Praktiken in der Softwareentwicklung sind

  • Klare, schriftliche Ziele.
  • Puffer – plane schon vorher Änderungen der Anforderungen ein.
  • Intensive, permanente Kundenintegration.
  • Iterativ-inkrementelle Entwicklung mit kurzen Zyklen (Entwicklung und Test).
  • Frühe Prototypen und häufiges Testen.
  • Nicht zu viel und nicht zu wenig Bürokratie.

Was besonders interessant aufgefallen ist, sind die Methoden der „Agilen Softwareentwicklung„. Die wichtigen Eckpunkte sind

  • Möglichst wenig bürokratischer Aufwand und Regeln.
  • Fokus auf die zu erreichenden Ziele und auf technische und soziale Probleme.
  • Menschen im Mittelpunkt – Individuen und Interaktionen gelten mehr als Prozesse und Tools.
  • Funktionierende Programme gelten mehr als Dokumentationen.
  • Ständige Zusammenarbeit mit dem Kunden – Fokus Kundenzufriedenheit.
  • Mut und Offenheit für Änderungen stehen über dem strikten Folgen des definierten Plans.

Das ähnelt sehr der Hands-On-Philosophie mit einem permanenten Fokus auf die Ziele, Nutzen und geringer Aufwand verfolgt. Ein Overkill an Plänen und Methoden  wird zu Gunsten des Nutzens vermieden.

Die Entwurfsphase wird auf ein Mindestmaß reduziert, um möglichst schnell erste Ergebnisse zu liefern. Diese Ergebnisse werden kontinuierlich mit dem Kunden abgestimmt. So kann schnell und flexibel auf Kundenwünsche reagiert werden und die Kundenzufriedenheit wird voll sichergestellt.

„Je mehr Du nach Plan arbeitest, desto mehr bekommst du das, was du geplant hast und nicht das was du brauchst.“ (Quelle: Agile Softwareentwicklung in de.wikipedia.org)

Besonders aufgefallen sind die Methoden Scrum und Extreme Programming (XP). XP folgt gleichen Prinzipien, hervorzuheben sind beispielsweise

  • On-site Customer – ein Vertreter des Kunden ist permanent bei den Entwicklern.
  • Simple Design – keine unnötigen Features.
  • Continous Integration – von verschiedenen Teammitgliedern produzierter Code wird häufig zusammengeführt.
  • Small Releases – häufige Iterationen mit lauffähigen Programmen, zum Begutachten für den Kunden.

Beim Innovationsmanagement bzw. bei Innovationsprozessen fällt die Tendenz auf, dass man versucht zu planen und zu strukturieren. Innovation wird bürokratisiert. Aber ist das überhaupt bei einem Innovationsprojekt möglich, wo es sehr viele Unsicherheiten und offene Fragen beim Projektstart gibt? Diese agilen Projektmanagement-Methoden können auch viele Lösungen und Optimierungen für Innovationsprojekte liefern, z.B.

  • Starke Einbindung und Interaktion mit dem Kunden.
  • Puffer für ungeplante Änderungen einplanen.
  • Frühe Ergebnisse und Prototypen liefern, um Tests durchzuführen und um Feedback zu sammeln, dass wiederrum in die Entwicklung einfließt und den Erfolg sicher stellen kann.
  • Interaktion und stärke Kommunikation des Projektteams.


Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Agile_Softwareentwicklung
www.torsten-horn.de/techdocs/sw-dev-process.htm

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2 thoughts on “Was das Innovationsmanagement von der Softwareentwicklung lernen kann …

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