Tailored Innovation – Wie erzielt man einen optimalen Nutzen mit betrieblichen Innovationssystemen?

By | 2. April 2010

Gastbeitrag von Gerhard Drexler, Head of R&D, Mondi UFP (www.mondigroup.com)

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Innovation ist eines der sehr häufig und auch inflationär verwendeten Schlagworte unserer Zeit. Viele Studien belegen, wie wichtig neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle für den Unternehmenserfolg sind. Weniger deutlich sind die Erkenntnisse darüber, wie Innovation effizient gestaltet und umgesetzt werden kann. Aus Literatur und Praxis ist eine große Anzahl von Modellen, Prozessen und Methoden bekannt und empirisch zum Teil schon gut charakterisiert. Probleme zeigen sich aber häufig in Bezug auf die richtige Auswahl und effiziente Umsetzung von betrieblichen Innovationssystemen. Wie auch bei anderen betrieblichen Managementsystemen wie Qualitäts- oder Risikomanagement stellt sich dauerhafter Erfolg nur dann ein, wenn diese unter Einsatz möglichst geringer Ressourcen optimal an die Rahmenbedingungen im Unternehmen angepasst werden.

Grundsätzlich gilt die Überlegung, dass betriebliche Systeme über den klassischen Systemgedanken hinaus zwei wesentliche Bedingungen erfüllen müssen, nämlich die Erzielung eines Profits und die Anpassung an die Betriebsumgebung. Es reicht also nicht aus, dass man ein Innovationssystem etabliert, dessen Komponenten untereinander und mit ihrer Umgebung zusammenwirken, sondern dass man auch einen klar erkennbaren Vorteil erzielen muss. Was für ein Unternehmen erfolgreich ist, kann in den meisten Fällen nicht ebenso erfolgreich in einem anderen Unternehmen umgesetzt werden, da kaum zwei Unternehmen den gleichen Rahmenbedingungen unterliegen. Anzuführen sind hier Themen wie Unternehmensgröße, Kultur, Organisation, Produktlebenszyklen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen .

Wie kann nun ein Betrieb „sein“ Innovationssystem finden? Im Sinne einer „maßgeschneiderten“ Innovationsaktivität ist vorerst eindeutig zu klären, welche generellen Prinzipien des Innovationsmanagements zur Erzielung der gewünschten Ergebnisse erforderlich sind (was muss gemacht werden?). Danach ist festzustellen, welche spezifischen Gegebenheiten und Erfordernisse das Innovationssystem stärken, welche es einschränken und wie darauf zu reagieren ist (wie kann es gemacht werden?). Erst wenn diese Fragen geklärt sind kann man davon ausgehen, dass ein Innovationssystem den betrieblichen Erfordernissen entsprechen wird und Innovation nicht als Selbstzweck sondern als Mittel zur Erzielung von Vorteilen benutzt werden kann.

Zur Auswahl und Einführung von maßgeschneiderten Innovationssystemen werden Instrumente eingesetzt, die einerseits auf systemtheoretischen Ansätzen beruhen, andererseits werden erprobte Praktiken auf die jeweiligen betrieblichen Erfordernisse zugeschnitten. Es geht also darum, ein betriebliches Innovationssystem aus ausgewählten und erprobten Komponenten zusammenzusetzen, die inneren und äußeren Wechselwirkungen zu berücksichtigen und einen eindeutigen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen. Hektischer und punktueller Einsatz von gerade populären Methoden birgt die Gefahr falscher Auswahl, mangelnder Wirksamkeit und geringer Nachhaltigkeit. Die Systeme mit der besten Aussicht auf Erfolg sind jene, die unter betrieblichen Rahmenbedingungen erarbeitet und von der Unternehmenskultur akzeptiert werden.

  • Wenn ich ein Kunstwerk sehe, weiß ich noch nicht, wie es gemacht wurde.
  • Wenn ich dem Künstler zusehe, weiß ich nicht, was den Künstler bewegt.
  • Erst wenn ich selbst der Künstler bin, ist alles klar und durchführbar.
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