Soll oder kann HR Enabler für Innovation werden?

By | 6. Januar 2018

Innovation ist ein riesiges Kulturthema. Ich denke, hier sind wir uns alle einig. Was hilft die beste Idee oder Technologie, wenn es am Innovationsmindset mangelt. Wenn es keine innovationsfreundliche Kultur gibt, die das Neue und deren Umsetzung fördert. Wenn Tagesgeschäft immer vorgeht und Innovation hinten angestellt wird.

Kultur bedeutet Organisation und Mitarbeiter. Da wäre es doch naheliegend, dass hier dieHR-Abteilungen eine zentrale Rolle spielen. Tun sie aber selten. Zu diesem Schluss kam auch die unlängst veröffentliche Trendstudie von 2bAHEAD „Trend Index 2017.2“.

Rolle der HR-Manager in Zukunft

Die Studie stellt den HR-Abteilungen kein gutes Attest aus:*

  • 77 % antworten „Nein“ auf die Frage „Treibt HR Innovationen in anderen Unternehmensbereichen?“
  • Nur 4 % gaben die HR als Quelle für Innovationen.

Die Studie beschäftigt sich mit unterschiedlichen Zukunftsszenarien und kam auch zum Schluss, dass den HR-Abteilungen eine unsichere Zukunft bevorsteht. Mehr als die Hälfte der Befragten meinten, dass die HR im Jahr 2027 keine Leistungen mehr erbringen können, die keine andere Abteilung nicht auch selbst leisten kann und dass sie damit ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren. Stichwort – Dezentralisierung der HR. *

Jetzt möchte ich mal etwas Wind aus den Segeln nehmen: Zum obigen Thema – ich denke nicht, dass es die Rolle von HR ist, Ideen zu bringen und voranzutreiben.

Aber eines ist für mich schon klar – HR muss Enabler werden!

  • Wer in Zukunft erfolgreich bestehen will, muss sich verändern und innovieren.
  • Und die Digitalisierung versetzt viele Unternehmen in einen Wandel, mit dem umgegangen werden muss.
  • Das Fundament für Wandel und Innovation ist Kultur und die Säulen „Können-Wollen-Dürfen“.
  • Hier muss die HR eine treibende und fördernde Rolle spielen.

Diagnoseversuch – Warum spielt Innovation & HR nicht zusammen?

Nun kann man sich fragen, warum die HR Abteilungen das Thema der Innovationskultur nicht aktiv aufgreifen? Mögliche Gründe können sein …

(1) Ist die Rolle der HR noch nicht dort, wo man sie hier erwartet, nämlich als Kulturmanager, sondern ist sie immer noch Personalverwalter?

(2) Innovation ist in vielen Unternehmen in der Verantwortung des Innovationsmanagements, obwohl es ein globales Thema sein sollte, das von oben getrieben werden soll. Innovationskultur wird daher auch von der Innovationsabteilung gestaltet, obwohl das schwierig zu machen ist. Und es erfolgt ohne Einbindung der HR Abteilung. So fühlen sich die Personalabteilungen auch nicht angesprochen bzw. können nicht in die Silos der Abteilungen eindringen.

(3) Viele Unternehmen kümmern sich nicht aktiv um Kultur, weil man annimmt, dass man es sowieso nicht aktiv beeinflussen kann und wenn dann nur über Jahrzehnte. Weiters ist es auch kein messbares Thema, das direkt auf die Finanzkennzahlen wirkt.

(4) Eigentlich muss Innovationskultur ein Top-Management-Thema sein. Ansonsten kämpft man sowieso nur gegen Windmühlen.

Fazit

Eine Innovationskultur, die radikale und disruptive Ideen fördert, benötigt Entwicklungsarbeit. Das erfordert aktiv Kulturarbeit. Hier auf die Mitwirkung und die Möglichkeiten der HR Abteilungen zu verzichten, ist aus meiner Sicht nicht ganz intelligent. Es erfordert unbedingt ein Zusammenspiel aus Unternehmensführung, der Fachabteilung Innovation und HR als Leader, sowie allen anderen Abteilungen.


* Quelle: Der Trend Index 2017.2 von 2b AHEAD ThinkTankGmbH (Michael Carl), 2017

https://www.zukunft.business/forschung/trendstudien/trendstudie/trendindex-20172-veroeffentlicht-wirtschaft-hr-wird-innovationstreiber-oder-verliert-eigenstae-2/

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