So arbeiten Sie im Kreativteam erfolgreich. Einige Empfehlungen.

By | 2. April 2015

Gastbeitrag von Bernd Buck

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Für erfolgreiche Innovationsprozesse ist gute Führung und Teamarbeit unerlässlich und innovieren ist immer in irgendeiner Weise Teamarbeit. Um die Vielfältigkeit der Aufgaben zu bewältigen, sind Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen notwendig.

Führen bedeutet: Erfolg ermöglichen

Im Prinzip gibt es hier keinen Unterschied zwischen Führung, Selbstführung und Teamarbeit. Teamarbeit bedeutet, Kollegen dabei zu unterstützen, erfolgreich zu sein. Das bedeutet auch, für den Erfolg des Kollegen zu arbeiten, den Erfolg des Kollegen oder des Mitarbeiters mit zum eigenen Erfolg zu machen und die Kollegen am eigenen Erfolg teilhaben zu lassen. Insofern braucht also jeder Mensch diesbezüglich Kompetenzen. Fragen Sie sich, so oft es geht, was Sie jetzt gerade tun können, um sich selbst und anderen Erfolg zu ermöglichen.

Erfolg haben heißt: Eigene Ziele erreichen

Sich selbst Ziele zu stecken, ist also eine Voraussetzung für Erfolg. Es liegt in Ihrer Verantwortung, sich Ziele zu stecken, die Sie erreichen können, und diese dann auch zu erreichen. Insofern heißt Erfolg haben Verantwortung für sich selbst übernehmen. Achten Sie auf die Dinge, die Ihnen gelungen sind. All das ist Ihr Erfolg.

Im Umfeld von Innovationsvorhaben steckt eine ganz besondere Herausforderung darin, geeignete Ziele zu stecken und diese zu erreichen, denn der Weg steckt voller Ungewissheit. Da es ein Weg des Lernens ist, sind insbesondere Lernziele zu verfolgen, durch die sich die Ungewissheit reduziert. Sich selbst, seinen Kollegen oder seinen Mitarbeitern Lernen zu ermöglichen, ist somit der Schlüssel zum Erfolg beim Innovieren. Wenn Sie jetzt etwas dazulernen, haben Sie die Chance, als nächstes einen weiteren Schritt mit einem weiteren vorläufigen Lernziel zu definieren, der auf dem eben Gelernten aufbaut.

Das Kreativteam

Je komplexer die Aufgabenstellung, desto komplexer sollte das Team sein. Es sind Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen notwendig, welche eine hohe Kompetenz haben, Wissen zu teilen. Je nach Projekt werden Mitarbeiter mit einem engen Draht zu den Kunden oder Experten in Marketing und Produktion, Einkäufer, Technologen und Entwickler benötigt. Zudem ist eine Heterogenität bei den Persönlichkeitstypen vorteilhaft. Um dies bewusst zu machen, kann eine Typisierungsmethode helfen.

Von den vielen Methoden, die es dafür gibt, scheint der Myers-Briggs-Typindikator (MBTI) jener zu sein, das am besten zu INNERINNOVATION passt. Damit der Solutionloop gut ins Laufen kommt, werden alle dort angeführten acht Präferenzen benötigt.

  • Es sind sowohl extrovertierte als auch introvertierte Menschen nötig.
  • Es werden sowohl solche, die neue Informationen durch Suchen, als auch solche, die sie durch Intuition generieren, benötigt.
  • Es werden gute Beobachter und gute Entscheider, und zwar analytische Entscheider und auch Bauchentscheider, benötigt.

Ermöglichen Sie Ihrem Team, eine diversifizierte Einheit zu werden. Geben Sie dazu auch Zeit, denn auf eine gute Rollenteilung muss sich ein Team auch einschwingen. Machen Sie sich Präferenzen der einzelnen Mitarbeiter und mögliche Lücken bewusst, um Entscheidungen zu treffen, welche das Einschwingen erleichtern.

Bilden Sie Teams mit höchstens acht Personen

Diese Größe hat sich als handlich, schlagkräftig und agil erwiesen. Statt einer festen Hierarchie pflegen Sie eine rotierende Führung. Das bedeutet, dass jedes der Teammitglieder genau dann die Führung übernimmt, wenn Fragestellungen behandelt werden, die seinen Verantwortungsbereich betreffen.

Achten Sie beim Aufbau eines solchen Teams auf den gemeinsamen, verbindenden Sinn. Erst dadurch wird eine Gruppe von Menschen zu einem Team. Klären Sie dazu, was durch das gemeinsame Vorhaben ermöglicht werden soll. Versuchen Sie das Vorhaben mehr den Mitarbeitern anzupassen als die Mitarbeiter dem Vorhaben, und erarbeiten Sie Sinn und Ziele immer gemeinsam mit diesen Mitarbeitern.

Wenn es einmal danebengeht: Seien Sie zuversichtlich

Auch wenn Sie und Ihr Team mit Ihrer Entscheidung vielleicht danebenliegen, bedenken Sie immer Zuversicht in Ihre Innovation zu haben. Wie zuversichtlich sind Ihre Teammitglieder, das Projektziel zu erreichen? Das ist es, was hier mit Zuversicht gemeint ist.

Zuversicht in einem Innovationsprojekt ist für das Vorankommen von großer Wichtigkeit, doch sie ist keine Selbstverständlichkeit, vor allem dann nicht, wenn die Ungewissheit hoch ist. Selbst wenn sie eben noch da war, kann sie im nächsten Moment schon wieder verschwunden sein. Aktuelle Ereignisse, Erkenntnisse oder Informationen können dies bewirken. Doch es kann trotz Ungewissheit eine hohe Zuversicht geben (Fußballspieler können zuversichtlich sein, das Spiel zu gewinnen, auch wenn der Verlauf des Fußballspiels ungewiss ist). Damit Zuversicht entstehen kann, ist ein Mindestmaß an Selbstvertrauen und ein Umfeld, in dem gegenseitiges Vertrauen vorherrscht, unerlässlich.

Fragen Sie als Projektleiter von Beginn an regelmäßig nach dem Maß an Zuversicht und visualisieren Sie die Einschätzung aller Beteiligten. Es gibt keinen Grund, zu akzeptieren, dass die Zuversicht gering ist. Fehlende Zuversicht ist ein wichtiger Hinweis auf etwas Fehlendes. Dieser Hinweis sollte ernst genommen werden. Es sollte danach gesucht werden, das hilft, die Zuversicht zurückzugewinnen. Das muss sich das Projektteam immer wieder gemeinsam erarbeiten.

innerinnovation-grafikDie aktuelle Größe der Zuversicht kann durch eine rein subjektive Erhebung transparent gemacht werden, z.B. mit Punkten, die von den Teammitgliedern auf Emoticons geklebt werden, die für vier verschiedene Niveaus der Zuversicht stehen.

innerinnovation-buchSie zeigen so für alle transparent die derzeitige Stimmungslage des Projektteams bezüglich der Zuversicht an, das Ziel zu erreichen. Wenn ein niedriges Niveau bei der Zuversicht erkennbar wird, startet der Projektleiter das Gespräch darüber, was getan werden kann, um es nach oben zu bringen.

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Weiterführende Literatur:

INNERINNVOATION – Innovationen aus eigenem Anbau. Das Kreativhandbuch für systemisches Innovationsmanagement, von Bernd Buck und Ulrike Buck, Wolkersdorf: literatur-vsm, 2014

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