Risiko- und Fehlermanagement spart Kummer und Geld

By | 14. Mai 2010

Im Manager Magazin 5/10 wurde von Simon Hage ein interessantes Thema behandelt – Fatale Fehler.

Fehler sind oft Folgen des steigenden Wettbewerbdrucks und der Wirtschaftskrise.  Viele werden das kennen:

  • Komplexere Produkte, Projekte und Prozesse
  • Verkürzte Zeitpläne
  • Kapazitätskürzungen
  • Kostensenkung bis zur Schmerzgrenze

Der Zeit- und Kostendruck führt zu Abstrichen bei der Qualitätskontrolle, was in Folge zu fatalen Fehlern führen kann.

Als Beispiel wird unter anderem EADS genannt, die einen Vertrag für die Lieferung von 180 Militärflieger erhielten, jedoch die Zeit zu knapp kalkulierten. Die Folgen: explodierende Kosten und drei Jahre Verspätung. Außerdem wurden Technikerkapazitäten gebunden, die dringend für neue Programme benötigt würden.

Der Schluss der Experten ist, dass man eine neue Kultur der Projektplanung und Fehlerkommunikation braucht.

  • Offene Kommunikation über Risiken und Fehler, um diese frühzeitig zu erkennen und um entsprechende Gegen-Maßnahmen einzuleiten.
  • Berücksichtigung von Risiken in Plänen, zeitliche und finanzielle Puffer.
  • Qualität und Sicherheit sind Chefsache.

Im Artikel wird ein interessantes Beispiel der Fehlerkommunikation genannt: In vielen Baufirmen kann jeder Mitarbeiter dem Niederlassungsleiter die „rote Karte“ vorlegen, wenn er Makel entdeckt. Der Leiter muss dann den Fehler prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Toyota hat in Folge der Qualitätsmängel und Rückholaktionen ein 50-köpfiges Gremium zur globalen Qualitätssicherung gegründet.

(Quelle: Manager Magazin, 5/10, 40. Jahrgang, S. 74 – 79)

——————————-

Diese Thematik kann auch Innovationsprojekte betreffen. Aufgrund des Zeit- und Kostendrucks wird auf ausführliche Marktrecherchen, Versuche oder Produkttests verzichtet. Infolgedessen besteht das Risiko, dass das Produkt nicht den technischen oder Marktanforderungen entspricht oder Fehler aufweist. Dann sind viele Nacharbeiten notwendig oder die Entwicklung ist überflüssig, was letztendlich zu weit höheren Kosten führt.

Ein ähnliches Problem ist mit der Kurzarbeit verbunden. Durch die Ressourcenknappheit gibt es keine Kapazitäten, um Prozesse zu optimieren und an die ändernden Anforderungen anzupassen. Es werden sozusagen nur die „lebenserhaltenden“ Funktionen erhalten. Läuft das Geschäft dann wieder voll an, besteht das Risiko, dass die Prozesse (vor allem Supply Chain) dem Geschäft nicht standhalten.


0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.