Prozess-Innovationsmanagement – Warum immer nur Produktinnovation?

By | 6. Februar 2010

Innovationsmanagement bezieht sich meistens auf Projekte für neue Produkte, Dienstleistungen oder Technologien.

KVP bezieht sich auf alles, egal ob Produkte, Organisation, Produktionsprozesse – jedoch geht es nur um schrittweise, oft nur kleine Verbesserungen.

Warum nicht gezielt Prozesse innovieren, egal ob im Bereich der Produktion, Logistik, Einkauf oder HR? Unternehmen haben zig Prozesse. Also hohes Potenzial für Prozessinnovationen, um die Produktivität, Effizienz und/oder Qualität zu steigern. Diese Effekte sind oft schnell und auch nachhaltig wirksam.

WIE KÖNNTE MAN SICH EIN PROZESS-INNOVATIONSMANAGEMENT VORSTELLEN?

Was sind Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zum klassischen Produkt-Innovationsmanagement?

  • Im Prozess-Innovationsmanagement geht es eher weniger um die Entwicklung neuer Prozesse, sondern um die Bestehenden radikal bzw. wirksam zu optimieren.
  • Kundenorientierung – Die Bedürfnisse der internen Kunden im Unternehmen spielen eine wesentliche Rolle. Was nicht heißen soll, dass der  „externe“ Kunde nicht relevant ist. Immerhin bestimmt er indirekt die internen Bedürfnisse.
 

Prozess-Innovationsmanagement

 

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken

Innovationsprozess

  1. Im Rahmen einer „Innovationsstrategie“ sollen Zielfelder definiert und geplant werden, d.h. welche Prozesse innoviert werden sollen bzw. Innovationsziele, z.B. Reduktion von Ausschuss, Reduktion von Durchlaufzeiten, zu lösende Probleme.
  2. Auf Basis eines Zieles wird ein Projekt gestartet. Im ersten Schritt wird eine Problem- und Potenzialanalyse durchgeführt. Die Ursachen der Probleme bzw. Potenziale zur Verbesserung werden erhoben. Dabei werden Hebel zur Optimierung definiert und die Projektziele konkretisiert.
  3. Danach folgt die Ideensammlung, wo in einer kreativen Phase Lösungen für die Probleme und Ideen gesammelt werden.
  4. Diese Ideen werden bewertet, selektiert und freigegeben.
  5. Die Umsetzung der Ideen wird konkretisiert, vorbereitet und geplant.
  6. Die Maßnahmen zur Umsetzung werden durchgeführt.
  7. Im Review wird der Erfolg der Maßnahmen geprüft und gegebenenfalls werden weitere Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet.

Die Innovationssteuerung, insbesondere das Projekt-Portfoliomanagement, ist ein wesentliches Handlungsfeld im Prozess-Innovationsmanagement. Es bedeutet den Blick über alle Innovationsprojekte – d.h. die Planung und Priorisierung von Projekten; und funktioniert sehr ähnlich dem Produkt-Innovationsmanagement.

Das Innovationsumfeld ist auch wie im Produkt-Innovationsmanagement, mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen zu managen, um den Erfolg der Innovationsprojekte zu fördern: Bereitstellung der Ressourcen, Wissensmanagement, Open Innovation und Netzwerke für externe Ressourcen, Motivation und Vergütung der Mitarbeiter, Schnittstellenmanagement, Commitment von Management und Mitarbeiter, Führung etc.

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

2 thoughts on “Prozess-Innovationsmanagement – Warum immer nur Produktinnovation?

  1. Jörg Walter

    Eine schöne Darstellung des Innovationsprozesses einer Prozessinnovation (Wortspiel). Aus meiner Sicht gibt es keine grundlegenden Unterschiede zwischen einem Innovationsprozess für ein Produkt und einen Prozess. Für beide gilt in der Regel sogar das gleiche Phasen-/ Meilensteinmodell (wenn auch bei der Prozessinnovation gelegentlich eine Phase ausgelassen wird).
    Alle Innovationen (sei es nun Prozess oder Produkt) müssen gemeinsam im Projektportfolio geplant und verfolgt werden. Nur so wird ein Schuh draus.

  2. Christian Böllt

    Prozessinnovationen und Changemanagement habe m.E. viele Parallelen wie bspw. Widerstände und ihre Umsetzung durch Promotoren.

    Schönen Tag noch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.