Methoden der Zukunftsforschung und ihrer Bedeutung für das Innovationsmanagement

By | 28. März 2014

Gastbeitrag von Dr. Karl-Heinz Leitner,
Austrian Institute of Technology, Innovation Systems Department

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Die Frage der längerfristigen Ausrichtung der Innovationsaktivitäten eines Unternehmens und die Suche nach neuen Ideen und Zukunftsmärkten sind angesichts des dynamischen Wettbewerbs von zunehmender Bedeutung. Methoden der Zukunftsforschung wie Trendextrapolation, Szenarioentwicklung, Umfeldmonitoring und Roadmapping werden dabei immer häufiger von großen aber auch mittelständischen Unternehmen eingesetzt. Gerade die Wirtschaftskrise der letzten Jahre hat bei vielen Unternehmen dazu geführt, sich systematischer mit Fragen der längerfristigen Entwicklung auseinanderzusetzen. Häufig wird dabei auf das Unternehmen Shell verwiesen, das als Pionier gilt, was die Anwendung von Methoden der Zukunftsforschung betrifft. Shell entwickelt bereits seit den 1970er Jahren erfolgreich und kontinuierlich Szenarien, um die Anpassungsfähigkeit gegenüber möglichen externen Turbulenzen zu sichern.

leitner ait - shell szenarien

In den letzten Jahren gewinnt hier auch der Begriff des Corporate Foresight an Bedeutung. Damit soll das klassische und manchmal einseitige Bild überwunden werden, dass mit Zukunftsforschung die Zukunft prognostiziert wird.

Die drei zentralen Elemente von Foresight sind,

  • dass es erstens um Zukunftsgestaltung statt Vorhersage geht (Shaping the Future),
  • dass zweitens unterschiedliche Stakeholder und Experten in den Prozess eingebunden sind (Participation),
  • und dass drittens unterschiedliche Zukünfte jenseits kurzfristiger Planungshorizonte entwickelt werden sollten (Scenarios).

Das Credo lautet demzufolge, durch die gemeinsame Diskussion der Zukunft ebendiese im Heute zu gestalten.

Welchen konkreten Nutzen hat der Einsatz von Methoden der Zukunftsforschung?

Die systematische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Unternehmens des jeweiligen Umfelds unterstützt das Management von Innovation

  • in den frühen Phasen etwa darin, zukünftige Kundenbedürfnissen und technologische Potentiale aber auch Risiken zu identifizieren.
  • In späten Phasen des Innovationsprozesses können Informationen zur Bewertung von alternativen Lösungen genutzt werden und Produkte oder Prototypen an geänderte Marktentwicklungen angepasst werden.
  • Ferner kann die gemeinsame und systematische Auseinandersetzung mit Zukunftsszenarien das Commitment von Seiten des Top-Managements absichern.
  • Die Erfahrung aus Foresight-Projekten mit Unternehmen zeigt dabei, dass bei derartigen Projekten nicht nur Zukunftsstrategien entwickelt werden sondern bereits während des Prozesses konkrete Ideen für neue Produkte entstehen.

leitner ait - methoden zukunftsforschung

Im Rahmen des 11. Forum Innovation der Plattform für Innovationsmanagement am 10. April werden Methoden des Corporate Foresight und die Anwendungsmöglichkeiten für das Innovationsmanagement vorgestellt und diskutiert.

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