Kundenorientierung im Innovationsprozess und ihre Grenzen

By | 13. Juni 2010

Voice-of-Customer – die Stimme des Kunden und somit Kundeneinbindung wird oft als Erfolgsfaktor Nummer 1 bei der Entwicklung von neuen Innovationen gesehen. Denn wenn es der Kunde nicht braucht oder will, wird er es nicht kaufen und somit kann man auch keine Gewinne machen – ein ganz simpler Schluss. Aber

„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde!“

Henry Ford (1863 - 1947)

Hätte Henry Ford auf seine Kunden gehört, hätte er nie das Auto entwickelt und produziert. Man sollte nicht immer auf die Stimme des Kunden hören. Mögliche Gründe können folgende sein:

  • Bedürfnisse gehen oft mit Trends und Moden. Oder wären Sie vor 5 Jahren mit Gummischuhen mit Krokodil-Logo auf die Straße gegangen.
  • Der Kunde weiß nicht, was er braucht. Das ist sehr provokativ ausgedrückt, aber Bedürfnisse sind oft (noch) nicht bewusst und müssen geweckt werden. Oder hätten wir vor ein paar Jahren Schokolade mit Chilli oder Ketchup gegessen.

Hätten Crocs oder Zotter auf ihre potentiellen Kunden gehört und sie gefragt, was sie brauchen,  hätten sie ihre Produkte nie auf den Markt gebracht. Auch eine Regel für die Entstehung von radikalen Innovationen.

Klassische Marktforschung zur Erkundung der Kundenbedürfnisse ist bei radikalen Innovationen zweitrangig, da meist unbewusste Bedürfnisse adressiert werden oder die Kunden können sich darunter noch nichts Griffiges vorstehen. Somit sind mit der Neuentwicklung natürlich auch Risiken in Bezug auf die Marktakzeptanz verbunden.

Was aus Marketingsicht daher hier absolut wichtig ist, ist die Vermarktung. Über eine intensive Vermarktung, bestechende Argumentation und Werbung muss die Aufmerksamkeit erregt werden und das Bedürfnis geweckt werden.

Radikale Innovationen bieten für Unternehmen einzigartige Chancen, man muss nur daran glauben. Das Auto ist ein ausgezeichnetes Beispiel.

“Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird 1 Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.” Gottfried Daimler, 1901

Vergessen wir nie: „Alles Ist Möglich, auch das Unmögliche“

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One thought on “Kundenorientierung im Innovationsprozess und ihre Grenzen

  1. Nikolova

    Ein sehr interessanter Denkansatz, den ich glücklicherweise bei der Bearbeitung einer Seminararbeit gefunden habe. Könnten Sie mir geeignete Literatur zu diesem empfehlen, damit ich meine Fragestellung in diese Richtung besser entwickeln kann?
    Auf Ihre baldige Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Mit Dank im Voraus.

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