Kernkompetenzen als Innovationshebel – Wie fit ist ihr Unternehmen?

By | 27. Juni 2016

Innovation ist kein Selbstzweck, es geht nicht nur um das Neue, sondern es geht um das Bessere. Innovation bedeutet, Produkt auf den Markt zu bringen, die begeistern, sich von der Konkurrenz abheben und die der Kunde kaufen will! Und so sichert Innovation den Erfolg eines Unternehmens.

Und das erfordert Kernkompetenzen. Kernkompetenzen sind unterschätzte Innovationshebel,

  • um den Unternehmenserfolg und die Stärke langfristig auszubauen und zu sichern und
  • um neue Märkte zu identifizieren.

3 Eigenschaften einer erfolgreichen Produktinnovation

3 erfolgsfaktoren für eine produktinnovationEine erfolgreiche Produktinnovation steht auf 3 Säulen:

  • Verstehen: Man muss den Kunden und seine Herausforderungen, Wünsche und Probleme verstehen.
  • Begeistern: Mit Kreativität und Kompetenz soll eine Lösung entwickelt werden, die den Kunden begeistert.
  • Hervorheben: Die Lösung bzw. das Produkt muss sich vom Wettbewerber differenzieren, sodass es zum bevorzugten Produkt wird.

Alle 3 Eigenschaften sind Bedingung, trifft eine der 3 nicht zu, ist die Produktinnovation wahrscheinlich eher ein Flop, Me-Too oder Naja als ein Top.

Kernkompetenz als Basis für Begeistern und Hervorheben

Eine Basis für Begeistern und Hervorheben sind die Kompetenzen einer Organisation, allen voran die Kernkompetenzen. Eine Kernkompetenz ist eine Fähigkeit, die den Wettbewerbsvorteil ausmacht. Für das Innovationsmanagement haben sie eine hohe Relevanz, vor allem im Kontext der Innovationsstrategie:

Kernkompetenzen gilt es geschickt zu identifizieren, zu stärken, auszubauen und zu nutzen.

Kernkompetenzanalyse

Um Kernkompetenzen zu identifizieren, muss man seine Erfolge analysieren:

  • Welche Produkte, Technologien, Services, Prozesse, aber auch Ressourcen machen uns erfolgreich?
  • Warum? Was ist ausschlaggebend?
  • Was stiftet den größten Kundennutzen?
  • Wofür schätzt uns der Kunde?
  • Wofür beneidet uns der Wettbewerb?
  • Gibt es auch brachliegende Kernkompetenzen?

Eine Kernkompetenz stiftet dann einen signifikanten Wettbewerbsvorteil, wenn …

  • sie einen Kundennutzen stiftet,
  • der auch für den Kunden Relevanz hat.
  • sie sich deutlich von der Konkurrenz abhebt.
  • schwer kopierbar ist.
  • ausbaufähig ist.
  • zukunftsfähig ist.

Hat man aktuelle aber auch ausbaufähige Kernkompetenzen identifiziert, sind die richtigen Maßnahmen zu setzen, um sie im Sinne noch stärkerer Differenzierung und Zukunftsfitness auszubauen und zu nutzen.

Kernkompetenzen für neue Märkte nutzen

Kernkompetenzen sind ein Ansatzpunkt, um neue Märkte zu identifizieren: Welche neuen Anwendungen und Produkte können wir mit unseren Kernkompetenzen entwickeln und umsetzen? Welche Märkte können wir noch bedienen?

Nach der Ansoff-Matrix würde das neue Produkte für neue Märkte bedeuten.

Beispiele: Google nutzt seine IT-Kenntnisse für selbstfahrende Autos. Der Holzverarbeiter nutzt seine Kompetenz und stellt Hochwasserschutz oder Fertigteilhäuser her. 

Ansoff-Matrix | Bildquelle: https://www.mindtools.com/pages/article/newTMC_90.htm

Fitnesscheck 1: Konkurrenzanalyse

Kernkompetenzen sollen einen Wettbewerbsvorteil stiften, daher ist eine Analyse der Konkurrenz ein wesentlicher Teil, auch um seine Position zu kennen.

Wer sind unsere gegenwärtigen Konkurrenten? Wer sind potentielle Konkurrenten?

  • Wo stehen wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten?
  • Wo haben wir Vorteile?
  • Wo haben wir Nachteile?
  • Wie sieht es der Kunde?
  • Wie werden unsere Konkurrenten in Zukunft agieren?
  • Auf welche Art konkurrieren wir?

All die Antworten auf die Frage liefern Ansätze für Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Kompetenzen und Marktposition.

Fitnesscheck 2: Substitutionsanalyse

Disruption ist in aller Munde, über Nacht können Produkte und Technologien obsolet sein. Die Frage ist, wie zukunftsfit sind unsere Kompetenzen und Produkte? Was kann unsere Produkte  und Leistungen kannibalisieren? Dabei hilft die Substitutionsanalyse.

substitutionsanalyse

Ist das Substitutionsrisiko hoch, ist auch der Innovationsbedarf hoch, sonst wird man auf kurz oder lang am Markt verdrängt und ersetzt.

Ein beliebtes Beispiel: Die Kunden wollen nicht einen Rasenmäher durch den Garten schieben, sie wollen auch keinen Rasenmäher. Das Bedürfnis ist ein kurzer, gepflegter Rasen. Und gäbe es andere Möglichkeiten dafür, z.B. ein Mittel, dass das Wachsen des Rasens „drosselt“, braucht man auch weniger Rasenmäher.  

Fazit

Diese Analysen liefern wichtige Inputs für das eigene Innovationsverhalten:  Was muss man tun, um die Organisation zukunftsfit zu machen? Daher zählt die Auseinandersetzung mit den eigenen Kernkompetenzen zur Agenda des Innovationsmanagements, vor allem aus strategischer Sicht.

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Quelle und Buchempfehlung: Die besten Strategietools in der Praxis: Welche Werkzeuge brauche ich wann? Wie wende ich sie an? Wo liegen die Grenzen?, von K. Kerth et. al., 2015

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One thought on “Kernkompetenzen als Innovationshebel – Wie fit ist ihr Unternehmen?

  1. Michael Unger

    Ein wunderbarer Beitrag zum immer wieder neu überdenken.
    Danke Maria

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