Innovationswiderstände

By | 24. Mai 2010

Innovationen sind fast immer mit Veränderungen verbunden, aber Veränderungen werden oft vermieden:

  • Menschen streben nach klarer Orientierung und Stabilität. Rituale und Traditionen geben ein Gefühl, dass alles beherrschbar und überschaubar ist. Veränderungen bringen Unsicherheiten.
  • Veränderungen erfordern Energie, man muss sich damit auseinander setzen und sich selbst verändern.

Besonders ist im Zusammenhang mit Innovationen zu beobachten, dass der wirtschaftliche Erfolg als dauerhaft angenommen wird und so werden Innovationsinitiativen unterdrückt. Auch der technische Erfolg kann den Eindruck entstehen lassen, dass Außenstehende den Erfolg angreifen können.

Hier geht es nun konkret um die Akzeptanz einer neuen Entwicklung (Produkt, Prozess). Diese Innovationswiderstände  können

  • unternehmensintern (persönlich, organisatorisch), und
  • unternehmensextern (Kunden, Distributionspartner, Lieferanten) sein.

Unter Mitarbeitern ist oft das „Not-Invented-Here-Syndrom“ zu beobachten. Sie nehmen die Innovation nicht an. Das kann sich sehr problematisch auswirken, da die Entwicklung nicht unterstützt wird und das Verkaufsteam die Innovation nicht auf den Markt bringt.  Das kann mehrere Gründe haben, z.B. Zufriedenheit mit dem aktuellen Produkt, Nicht-Erkennen des Nutzens, etc. Mögliche Lösungen können sein:

  • Promotoren (Macht, Fach oder Prozess) sind Personen, meist aus dem Management, die die Innovation und somit den Änderungsprozess intensiv fördern.
  • Innovationsmarketing, beispielsweise durch frühzeitige Kommunikation über die Innovation, Einbindung der Vertriebsmitarbeiter (z.B. Feedback zur Innovation, Einbringen eigener Ideen).

Externe Innovationswiderstände von Kunden und die mangelnde Akzeptanz der neuen Produkte können durch folgende Maßnahmen bewältigt werden.

  • Kunden als Mitgestalter: Kundenbedürfnisse frühzeitig abfragen und den Kunden einbinden. So kann sicher gesstellt werden, dass die Innovation auch am Markt gebraucht wird.
  • Kunden als Lead User: Lead User sind Kunden mit fortgeschrittenen Bedürfnissen und entwickeln selbst innovative Lösungen. Sie werden vor allem in die Konzeptentwicklung eingebunden.
  • Referenzkunden, die ihre positiven Anwendungserfahrungen weitergeben und so für die Innovation werben.
  • Umfangreiche Marktforschung wie Markttests, z.B. Tests von Prototypen; Tests von virtuellen Produkten; Vorstellung von Beschreibungen oder Modellen (Produktkliniken) und Abfrage des potentiellen Nutzens (z.B. durch Conjoint Analysen).

Hier wird deutlich, wie wichtig die Einbindung der relevanten Mitarbeiter, Stakeholder und Kunden im Sinne eines Change Managements ist, um eine Innovation erfolgreich umzusetzen. Denn was bringt die beste Innovation, wenn die Mitarbeiter sie nicht verkaufen bzw. der Kunde sie nicht kauft.

Quellen:

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