Innovationseffizenz – Simultane Bewertung der Output-Input-Effizienz von Innovationsprojekten

By | 24. Mai 2010

Gastbeitrag von Walter Kurz, Betriebswirt, Unternehmer, Schwerpunkt Systemisches Coaching im Innovationsmanagement, www.innovation-studie.com

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Die Effizienz eines Innovationsprojektes wird in der Praxis meist anhand einzelner Kennzahlen oder Kriterien bewertet.

  • „Wurde der Zeitplan und das Budget eingehalten?“,
  • „Erfüllt die entwickelte Innovation die vordefinierten Anforderungen?“,
  • „Kann die Innovation zu den vorgegebenen Stückkosten produziert werden?“ und
  • „Welche materiellen und immateriellen Ressourcen mussten tatsächlich aufgewendet werden?“

sind beispielhafte Fragestellungen, die beantwortet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse kann eine lernende Organisation in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) einfließen lassen und die Innovationseffizienz von Projekt zu Projekt durch den Anstieg der internen Lernkurve stetig steigern.

Spannend wird es, wenn Innovationsverantwortliche versuchen, mehrere Innovationsprojekte untereinander zu vergleichen, um herauszufinden, welches der Projektes das effizienteste war. Hier wird in der Regel rasch festgestellt, dass jedes Innovationsprojekt einzigartig und daher mit anderen Projekten kaum vergleichbar ist. Die Entwicklung des einen Produktes dauerte 12 Monate und benötigte diese und jene Ressourcen, das andere wurde in 3 Monaten realisiert und war vergleichsweise günstig. Aber welches der beiden war nun das effizientere? Der Vergleich kann nicht direkt über die Entwicklungszeit erfolgen, denn was ist, wenn das 3-Monats- Projekt eigentlich in zwei Wochen hätte erledigt werden sollen und das 12-Monats-Projekt ursprünglich mit 24 Monaten angesetzt war? Und wie ist es zu beurteilen, dass das 3-Monats-Projekt zwar länger als geplant dauerte, dafür jedoch nur ein Viertel des Budgets benötigte?

Natürlich kann man die Bewertung anhand harter Kennzahlen (z.B. ROI o.ä.) rein ergebnisorientiert durchführen. Aber was ist, wenn ein Projekt bei der Return-on-Bewertung vordergründig schlecht abschneidet, jedoch wesentlich mehr Kundenbegeisterung und damit Imagegewinn erzeugt, als alle anderen Innovationsprojekte zusammen? Rein kennzahlenorientiert müssten die Entscheider beschließen, ein solches Projekt nie wieder umzusetzen. Dieser Bewertungsansatz hat in der Praxis natürlich seine Berechtigung, erzählt aber leider auch nur einen Teil der ganzen Geschichte.

Es gibt nun ein rechnerisches Verfahren, dass nicht nur in der Lage ist, eine vergleichende, relative Rangfolge mehrerer Innovationsprojekte zu erzeugen, sondern – und das ist hochinteressant – in einem Rechengang sowohl finanzielle Kennzahlen (z.B Kosten) als auch nicht-finanzielle Kennzahlen (z.B. Ergebnisse aus Kunden-und Kooperationspartner-Zufriedenheitsanalysen) sowie den Effekt des abnehmenden Nutzen durch Überinvestition zu berücksichtigen.

Das bedeutet, es werden alle relevanten Inputvarianten („Was mussten wir alles investieren?“) und Outputvarianten („Was haben wir erhalten / erzeugt?“) der Innovationsprojekte erfasst, zu einem einheitlichen Rechenmodell zusammenfasst, mit den erhobenen Daten der verschiedenen Projekte gefüttert. Das Ergebnis ist eine Liste, auf der ganz oben die effizientesten Projekte stehen und ganz unten die ineffizientesten. In den einzelnen Spalten stehen die Einzelwerte, die ausdrücken, wie stark und warum die einzelnen Projekte vom idealen Innovationsprojekt, das ganz oben steht, abweichen.

Die sachlogisch und methodisch richtige Konzeption des Bewertungsmodells ist zu Beginn einmalig relativ aufwendig, die laufende Anwendung bleibt aber auf dem einfachen Niveau des Ausfüllens einer Excel-Tabelle. Lediglich die Erhebung von z.B. Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, Marktanteilen u.ä. verursacht im bekannten Ausmaß einen relativ hohen Ressourcenaufwand.

Die Ergebnisse der Output-Input-Effizienzmessung können nicht nur für den internen Benchmark, sondern auch – die Anwendung des selben Messmodells vorausgesetzt – für den branchenspezifischen, d.h. unternehmensübergreifenden Effizienzablgeich verwendet werden.

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