Innovation ohne F&E-Abteilung?

By | 19. Februar 2010

Nahezu jedes Unternehmen hat eine F&E- oder Innovationsabteilung, die mit der Entwicklung von neuen Dienstleistungen und Produkten beauftragt sind. Aber braucht man überhaupt eine eigene Abteilung F&E dafür?

Für diesen Beitrag wurde ich von einem Vortrag von Franz-Joseph Miller | Time Matters (http://www.time-matters.com) bei der Front End of Innovation Konferenz in Amsterdam am 9. Februar 2010 inspiriert.

Ziel ist es keine eigene Abteilung zu haben, sondern dass die Mitarbeiter aus dem operativem Bereich, z.B. Technik, Vertrieb, Logistik, Produktion etc. Innovationsprojekt übernehmen und mitarbeiten.

Vorteile

  • Sie sind im operativem Bereich tätig und kennen daher die Anforderungen der Kunden besser.
  • Höhere Akzeptanz der Innovation, da aus dem „Tagesgeschäft“ stammt (vs. NIH-Syndrom).
  • Förderung von Intrapreneurship und dem unternehmerischem Denken.
  • Mitarbeiterentwicklung durch Doppel-Rolle (Job-Enrichment).
  • Alle Potenziale für Innovationen werden aktiviert, z.B. alle Mitarbeiter machen sich über Innovationsideen Gedanken. Innovation passiert überall – Innovation Spirit.

Bedenken

  • Radikale Innovation werden möglicherweise nicht weiterverfolgt, da die Risiken zu hoch sind oder kurzfristig keine Umsätze lukreiert werden können.
  • Aufgrund von Stress im Tagesgeschäft sind keine Ressourcen für Innovationen verfügbar oder nur mit niedriger Priorität.
  • Spezialwissen in der Entwicklung, z.B. Methoden wie CAD, Prüfmethoden; nicht überall vorhanden.
  • F&E Mitarbeiter haben oft andere Zugänge zu Lösungen, da sie nicht im Tagesgeschäft sind (Blick über den Tellerrand).
  • Nicht jeder ist für Innovation und F&E geboren.

Anforderungen

  • Forschung bzw. Abteilung für radikale Innovation und neue Themen trotzdem notwendig.
  • Volles Commitment zu Innovation: Management stellt Ressourcen zur Verfügung, z.B. Mitarbeiter dürfen x % ihrer Arbeitszeit  für Innovation verwenden. Priorität für Innovation durch Strategie.
  • Da Innovation im Tagesgeschäft läuft und man keine F&E-Abteilung braucht, heißt es nicht, dass man Personal spart. Man braucht dadurch mehr Kapazitäten im operativem Bereich.
  • Training aller Mitarbeiter für Innovations- und Entwicklungsmethoden und Förderung des kreativen Denkens.
  • Zentrale F&E-Infrastruktur und Dienstleistungen (z.B. Labors, CAD Kapazitäten) zur Verfügung stellen.
  • Zentrale Koordination aller Innovationsprojekte (Portfoliomanagement).
  • Mitarbeiter müssen die Projekte freiwillig machen, um die notwendige Begeisterung und Motivation mitzubringen.


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