Innovation ist ein Hindernislauf und kein Spaziergang!

By | 7. Januar 2016

So beginnt das neue Buch „Vorne ist immer Platz“. Echte Innovation ist schweißtreibend und manchmal auch schmerzhaft. Es ist ein schwieriger Hindernislauf mit vielen Durststrecken. Am Beginn hat man keine Ahnung, welche Probleme und Herausforderungen zu bewältigen sind. Trotzdem darf man nie aufgeben, denn nur echt große Innovationen bringen große Vorsprünge. Man soll nicht in die Falle tappen und aus Angst und Bequemlichkeit nur kleine Innovationen in Angriff nehmen.

Das Buch ist ein bedingungsloser Appell zu Innovation mit Anspruch auf Exzellenz und Innovationsführerschaft. Denn wer vorne ist, gibt die Richtung vor. Die Follower-Strategie ist gefährlich, sie erzeugt auch Follower-Denken und man lässt sich auf einen Preiskampf ein.

Praxistipps für die Innovationsführerschaft

Die Autoren Peter Schwab – selbst 12 Jahre lang Konzernforschungsleiter und jetzt Vorstand – und Stefan Punz – Innovationsleiter – bei der voestalpine, eines der erfolgreichsten und innovativsten Unternehmen Österreichs, schreiben aus ihrem Erfahrungsschatz, über Probleme und Stolpersteine in der Realität, und liefern Erkenntnisse und Tipps für das Innovationsmanagement und die Unternehmensführung, um ganz vorne dabei zu sein. Hier eine Auswahl:

Man braucht viele Ideen, um die wahre Perle zu finden. Und wenn eine Idee am Beginn verrückt und unmachbar klingt, darf einen das nicht abhalten. Jede große Innovation der Vergangenheit stieß immer wieder auf Widerstände, heute ist alles selbstverständlich, wie zum Beispiel die Waschmaschine.

Innovation ist nicht Aufgabe der F&E, Innovation geht alle an, jeder muss „tun“. Doch das Tagesgeschäft ist der größte Innovationsfeind (oder einer der vielen). Aber leider sind viele Abteilungen kurzfristig gepolt, klar denn mit dem Tagesgeschäft wird das Geld verdient und daran wird man gemessen. Aber womit verdient man das Geld in 10 Jahren? Eine ausgehungerte Innovationspipeline ist das Todesurteil für die Zukunft.

Zentrale Elfenbeinturm-Forschung klappt nicht. F&E muss in die Geschäftsprozesse, vor allem Produktion und Vertrieb, eingebunden sein. Das liefert mehr und bessere Ideen. Innovation funktioniert nur in Zusammenarbeit, nie im Alleingang, daher muss auch die F&E im Unternehmen gut vernetzt sein. Natürlich spricht aber nichts gegen eine zentrale Forschung, die sich wirklich langfristigen Themen widmet.

Zu viele Regeln und Bürokratie töten die Innovationskraft. Vor allem Kennzahlen, wenn zu viele oder wenn nur F&E- oder inputbezogen, denn die greifen viel zu kurz. Es bringt mehr nur eine Kennzahl zu haben, eine die die Innovationsleistung aller abbildet, wie beispielsweise Umsätze mit neuen Produkten. Manager wollen aber Sicherheit, noch mehr bei riskanten Vorhaben wie eben Innovationen. Doch Vorsicht – oft ist es eine Scheinsicherheit, die nur einen hohen Aufwand mit sich bringt und wenig nützt.

Projekte scheitern selten an der Technik, meistens an den Menschen.

Und man soll ausschließlich am Kunden scheitern, nie an sich selbst. Der Zweck eines Unternehmens ist, den Kunden den bestmöglichen Nutzen zu bieten. Und er entscheidet, ob ein Produkt erfolgreich ist. Daher muss der Kunde im Mittelpunkt stehen. Frühes Kundenfeedback ist ein Erfolgsfaktor. Aber auch ein Dilemma, vor allem, wenn der Kunde das Produkt sofort bestellen will und dann verärgert ist. Bei Kundeneinbindung spielen Vertrauen und ehrliches Feedback eine große Rolle.
Fördergelder sind eine tolle Sache, vor allem für die interne, eigene Vermarktung. Doch man soll nie ein Projekt machen, (nur) weil es gefördert wird, damit blockiert man sich die Ressourcen für die wirklich wichtigen Projekte. Vor allem wenn man nur mit Bürokratie beschäftigt ist und Forscher ihre Kreativität in die Erfüllung der Förderbedingungen und in Berichte investieren.

Innovation bedeutet immer Veränderung und da ist das Immunsystem des Unternehmens sehr stark. Innovation stört das Tagesgeschäft, bedeutet Zusatzarbeit und bereitet risikoaversen Managern Kopfschmerzen. Oft ist es daher hilfreich, nicht allzu früh über Innovationen zu sprechen. Man muss sie wie zarte Pflänzchen vor dem Gegenwind der Risikovermeidung schützen.

Man braucht echte Forscher und Entwickler, die über ein tiefes, umfassendes, für die Branche wichtiges Know-How verfügen und sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen (dürfen). Es soll nicht schnell ein neues Produkt zusammengeschustert werden. Denn so kommen keine überzeugenden Produkte raus, neue Entwicklungsthemen und Ideen tauchen schon gar nicht auf und technische Probleme, z.B. in der Produktion oder bei Reklamationen, warten ewig auf eine Lösung.

Zu viel Open Innovation ist kontraproduktiv, vor allem wenn man nur in einem großen, unstrukturierten Netzwerk herumdoktert. Vorsicht ist angebracht, dass man nicht allzu freizügig und leichtfertig mit seinem wettbewerbsrelevanten Wissen umgeht. Für die konkrete Produktentwicklung erfordert es ein paar starke, kompetente Partner, mit denen man ein gemeinsames Ziel verfolgt – im Sinne von Win-Win.

Wer alles unter Kontrolle hat, fährt zu langsam. Oder im Sport muss man seine Muskeln überlasten, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Man wächst mit jeder Herausforderung, man wird auf dem Weg viel lernen. Wichtig ist es daher, dass man akzeptiert, dass Fehler passieren können. Mut zum Risiko ist wichtig, denn nur so kann man seine Chancen erhöhen. Leider ist es eben so, dass mit steigendem Innovationsgrad zwar das Erfolgspotential steigt, aber halt die Wahrscheinlich brutal sinkt.

Innovation ist die Königsdisziplin aller unternehmerischen Leistungen

Zusammenfassend kommt man nur durch Innovation weiter und nur durch große Innovationen. Das erfordert ein großes Umdenken, denn man muss Außergewöhnliches akzeptieren können und mit Unsicherheiten und Risiken hantieren können. Das braucht viel Mut und Überzeugung.

————–

Quelle

Das Buch „Vorne ist immer Platz“ ist eine ganz spezielle Lektüre. Die Autoren Peter Schwab und Stefan Punz der voestalpline appellieren, dass nur die Innovationsführerschaft zählt. Und das ist eben nicht so einfach – daher sprechen die beiden auch über Probleme und Herausforderungen, mit denen sie selbst konfrontiert waren und liefern Lösungen aus ihren Erfahrungen. Man findet darin vieles, was nicht in Lehrbüchern steht, nämlich was in der Praxis funktioniert und was nicht.

Das Buch ist sprachlich einfach top, geschmückt mit vielen Beispielen, Zitaten, etwas Zynismus, Humor, Analogien und Methapern. Amüsant, kurzweilig und lehrreich!

Verlosung einer Freikarte für das 13. Forum Innovation in Wien

Peter Schwab und Stefan Punz werden Ihre Einblicke auch beim 13. Forum Innovation der Plattform für Innovationsmanagement am 21. April 2016 in Perchtoldsdorf bei Wien präsentieren.

banner-13forum

Das Forum Innovation ist die österreichische Top-Veranstaltung für das Innovationsmanagement und bietet viele wissenschaftliche Einblicke und Praxisvorträge, z.B. von GE Healthcare, Tesla, Voestalpine, Frequentis, Umdasch und Fronius. Mehr zu Veranstaltung finden Sie unter http://www.pfi.or.at/forum-innovation

Wir verlosen eine Freikarte. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müssen Sie nur ein E-Mail an gewinnspiel@inknowaction.com bis 20. Jänner 2016, 12 Uhr schicken.

Hinweise: Der Gewinner wird gezogen und per Mail verständigt. Keine Barablöse möglich. Rechtsweg ist ausgeschlossen.

5.00 avg. rating (94% score) - 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.