Ideenbewertung – Behindern wir uns selbst, innovative Ideen zu verfolgen?

By | 2. September 2011

„Knappe Ressourcen werden in wenig aussichtsreiche Entwicklungsvorhaben verschwendet, sie stehen für wirklich zukunftsträchtige Innovationsvorhaben nicht mehr zur Verfügung.“ 

lass ich in einem Artikel vom Symposion Publishing Verlag aus der Feder von F. Kerka, B. Kreigesmann und M. G. Schwering mit dem Titel „Bewertung von Innovationsideen.“ Der Artikel steht für alle Interessierte zeitlich begrenzt unter http://rmtl.net/c/99/90721/117/0/1414884/8669/ay3qpn.html zum Download bereit. 

Laut den Autoren gibt es dafür folgende Gründe: Wirklich innovative Ideen bleiben in rigiden Kontrollschleifen hängen oder werden erst später wieder aufgegriffen, wenn der Wettbewerber mit dieser Innovation erste Markterfolge einfährt. 

Oftmals liegt es aber auch an Fehleinschätzungen, einerseits auf Basis der Bewertungsmethode und andererseits aufgrund des Versuchs trotz niedrigem Informationsstand eine sichere Aussage zu machen. 

Probleme in der Ideenbewertung und Auswahl sind laut den Autoren folgende:

Quelle: “ Bewertung von Innovationsideen“, Symposion Publishing

Aus dem Dilemma der Auswahl der „richtigen Ideen“ und der Vermeidung von Flops gibt es einige Auswege. Einerseits ist es das Bewußtsein über die Probleme und Fallen, um gezielt mit Gegenmaßnahmen zu proaktiv gegenzusteuern. Andererseits bieten wir an dieser Stelle auch einige Vorschläge: 

  • Reservieren Sie ein (Sicker-)Budget für radikale und neue Ideen mit Weitblick, Budget das speziell für risiko- aber chancenreiche Vorhaben zur Verfügung stellt. So zwingt man sich, sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Allzu werden sonst diese meist langfristigen Themen von den kurzfristigen, oft weniger innovativen, Vorhaben verdrängt. 
     
  • Möglichst viele Leute in die Bewertung einbinden nach dem Prinzip „Wisdom of Crowds“. Eine Anwendung wären beispielsweise Prediction Markets. Unter Vorgabe von Kriterien bittet man eine große Zahl an Mitarbeitern, die Chancen und Risiken einer Idee abzuschätzen.Man muss aber nicht gleich Online-Umfragen starten, sondern kann auch das Prinzip „Peer-Review“ anwenden. Das bedeutet die Diskussion einer Idee mit möglichst verschiedenen Leuten, die verschiedene Professionen und Sichtweisen vertreten, um die Chancen und Risiken der Idee aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. 
     
  • Sich Zeit für die Bewertung nehmen. Ein umfangreiches Set an Kriterien für die Bewertung des Erfolgspotentials (siehe Artikel Seite 15) und Umsetzungspotentials (detto Seite 19) und eine intensive Beschäftigung damit kann zu einer gesichteten Aussage über eine Idee führen. 
     
  • Die Autoren beschreiben in Ihrem Artikel ein dreistufiges Modell zur Bewertung der Ideen:
    1. Diese beginnt mit einer Vorselektion, die beispielsweise auf k.o.-Kriterien basieren kann, z.B. Strategie-Fit.
    2. Anschließend wird die Idee auf Basis von Kriterien detailliert bewertet, z.B. Erfolgschancen, Umsetzungsrisiken …
    3. Im letzten Schritt wird die Wirtschaftlichkeit im Detail betrachtet, bevor die Idee freigegeben wird.

Wie in Innovationsprozessen üblich, spielt auch hier der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Umso intensiver die Bewertung ist, umso mehr Zeit vergeht in Bezug auf das Time-to-Market. Natürlich kann man jetzt behaupten, dass dies gut investierte Zeit ist, was auf jeden Fall zutrifft. Nichtdestotrotz muss man aus dem Dilemma ausbrechen und hier können die oben genannten Maßnahmen effizient eingesetzt extrem hilfreich sein.

Was sind Ihre Erfahrungen? Ich freue mich auf Ihre Diskussionsbeiträge.

Quelle: “ Bewertung von Innovationsideen“, Symposion Publishing, http://rmtl.net/c/99/90721/117/0/1414884/8669/ay3qpn.html  (30. August 2011)

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