Google stampft 20%-Regel ein! Und die Auswirkung auf die Innovationskraft?

By | 17. August 2013

Aktuell passend zu unserem Bootlegging Artikel: Laut einem Beitrag in der Süddeutschen Zeitung wird die 20%-Regel für Google-Mitarbeiter, wo sie sich eigenen Ideen widmen durften, beendet.

Die meisten Ideen sind gescheitert, aber das ist eben so bei Innovationen, dass mehr Ideen scheitern als glücken. Dennoch sind via die 20%-Regel höchst erfolgreiche Innovationen wie GMail, Google News, Google Maps oder Google Adsense entstanden.

Der Grund für den Stop: Google möchte sich auf weniger erfolgsversprechende als unzählige kleine Projekte konzentrieren. Nebenprojekte müssen jetzt vom Vorgesetzten abgesegnet werden.

Als weiterer Grund wird das „Stack Ranking“ genannt, wo es für Mitarbeiter Leistungs-Ranglisten gibt und diejenigen am unteren Ende müssen mit Konsequenzen fürchten. Dadurch konzentrieren Mitarbeiter auf die eigentliche Arbeit.

Die Nutzer fürchten um die Innovationskraft des Internetriesens. Könnte die Innovationskraft gefährdet werden?

  • NEIN, wenn es funktioniert, dass Mitarbeiter Ideen einbringen können und sie eine Chance erhalten, daran zu arbeiten. Wie im Artikel geschrieben steht, müssen Vorgesetzte die Ideen absegnen. Das klingt sehr unbürokratisch, besser als ein x-köpfiges Gremium, wo Ideen zu Tode diskutiert werden können.
  • JA, denn viele radikale Innovationen entstehen so. Sprechen Manager von erfolgsversprechenden Ideen, wählen sie meistens jene aus, die diesen Erfolg am ersten Blick versprechen. Und da radikale Ideen – die wirklichen Innovationen – oft am Anfang mit Risiken verbunden sind, haben sie dort meines Erachtens geringe Chancen.

Ich denke, die 20%-Regel ist nicht unbedingt DER Erfolgsfaktor. Wesentlich ist, wie das Management mit Ideen und Innovationen umgeht. Die 20%-Regel ist ein Artefakt für eine innovative Kultur, die Unternehmensführung demonstriert damit, dass für Sie Innovation eine wichtige Rolle spielt und gefördert wird.

Nichtsdestotrotz 20% der Arbeitszeit entsprechen 20 % der Personalkosten. Und wenn man hier bzw. bei der Ideenauswahl etwas effektiver, kann es für die Gesundheit des Unternehmens nur positiv sein. Allerdings, gescheiterte Ideen sind auch wertvoll. Es werden Wissen und Erfahrungen produziert, die in weitere Projekte und Prozesse einfließen und dort die Output-Qualität steigern.

Die Antwort auf folgende Frage wäre noch spannend: Hätte Google die Innovationen auch gehabt, auch wenn sie keine 20%-Regel gehabt hätten?

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/-prozent-zeit-fuer-mitarbeiter-google-boss-page-beendet-erfolgsprogramm-1.1748360

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One thought on “Google stampft 20%-Regel ein! Und die Auswirkung auf die Innovationskraft?

  1. Andreas Sattlberger

    Tatsächlich hat auch mich die Abschaffung der 20% Regel bei Google überrascht. Und es stellen sich Fragen zur Motivation dahinter.

    Ich denke Sie haben in diesem Artikel wesentliche Gründe des Für-und-Wider aufgelistet. Für solche Art von Entscheidungen halte ich es auch für vernünftig, sich die Fakten im Detail anzusehen (die wir ja nicht kennen), und dann eine konsequente Entscheidung abzuleiten.

    Im Endeffekt scheint Google erkannt zu haben, dass die Kreativität des Einzelnen eine große Kraft hat, aber umso mehr die Zusammenarbeit im Team viel größere und wertvollere Resultate liefern kann.

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