Freedom to Innovate – Über die Auslagerung von Innovationsteams

By | 7. April 2012

Bei der Front End of Innovation Konferenz (Zürich, Februar 2012) widmete sich ein beeindruckender Vortrag vom R&D-Leiter Alfred Yoakim von Nespresso der spannenden Frage „Why Corporations Should Consider Having a Separate Research Team“.

Es sprechen viele Gründe dafür, dass das Forschungs- und Entwicklungsteam ausgelagert wird, sprich in einem eigenen Forschungszentrum organisatorisch und geografisch fern vom Tagesgeschäft agiert.

Alfred Yoakim sieht es als den Erfolgsfaktor und die Basis, damit Breakthrough Innovationen entstehen und gedeihen können.

  • Teams müssen „Standalone“ sein und somit geschützt.
  • Sie benötigen das Empowerment und somit auch Funding vom Management.
  • Ohne Support vom ganz oben wird kaum was funktionieren.
  • So erhalten sie die Freiheit zu innovieren.

Die größte Herausforderung in dieser Konstellation steckt aber darin, dass das „privilegierte“ Team und deren Innovationen auch von der Organisation akzeptiert werden. Denn wir wissen, was bringt die beste Innovation, wenn sie nicht mit mindestens derselben Energie umgesetzt und vermarktet wird. Und dabei spielt die operative Organisation eine gewichtige Rolle.

Und gerade aus dem oben genannten Grund empfiehlt es  sich nicht, Teams für inkrementelle Innovationen, die ins Business Model passen müssen, in einen geschützten Ort auszulagern. Sie müssen integriert und eng mit Produktion, Marketing und Vertrieb vernetzt sein, um die Innovationen gemeinsam möglichst schnell umzusetzen. Integration in die Systeme und Prozesse und Zusammenarbeit sind die Erfolgsfaktoren.

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

4 thoughts on “Freedom to Innovate – Über die Auslagerung von Innovationsteams

  1. Administrator Post author

    In der Facebook Diskussion von Inknowaktion haben sich ein paar interessante Insights ergeben:

    – Warum nicht gleich zum Kunden auslagern?

    – Warum auslagern?
    Ich glaub, dass das nur eine Symptombekämpfung ist. Denn eigentlich sollte das ganze Unternehmen offen sein und einen frischen Blick für Innovationen haben, und nicht nur die Forschungseinheit.
    Beispiele sind START-UPs, hier ist das ganze Unternehmen innovativ, ein Think-Tank.
    Kennt jemand auch ältere bzw. größere Unternehmen, die diesen Spirit haben? 3M? Google?

  2. innokaan

    In ca. 16 Jahren intensiver Beschäftigung mit Innovation in Unternehmen habe ich folgende Erfahrung gemacht:
    Für Radikale (breaktrough) Innovation braucht es nicht nur F & E, sondern unterschiedliche Denktypen aus diversen Bereichen des Unternehmens. Damit diese sich vom Tagesgeschäft lösen können, empfiehlt sich die Gründung eines temporären Teams, das vom Tagesgeschäft und allen anderen Bewertungskriterien des Unternehmens unabhängig ist. Da auch die Umgebung auf das Denken abfärbt, am besten räumlich vom Unternehmen getrennt. Dies ist jedoch meist noch nicht genug: Denn um wirklich bahnbrechend zu denken, braucht es noch Kontakte und Impulse von außen (Open Innovation). Kunden, Universitäten, Fachhochschulen, Berater, usw. Wenn möglich auch Kontakte zu anderen Branchen (Cross Industry Innovation oder Co-Development).

  3. innokaan

    Nicht zu vergessen: Die absolute Unterstützung des CEO, er sollte gleichzeitig CIO (Chief Innovation Officer) sein.

  4. Mag. Varetza-Pekarz Sabine

    Die absolute Unterstützung des CEOs und die klare Entscheidung und dann den Mut den bahnbrechenden Weg auch wirklich zu gehen.

    In manchen Unternehmen ist man wohl lieber nur ein „bisschen schwanger“, oder? 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.