Erfolgsprinzipien der Innovation – Kunden die Entscheidung erleichtern!

By | 8. April 2015

Welche Prinzipien des Denkens und Tuns zeichnen Innovatoren aus? Oliver Gassmann hat mit Sascha Friesike 33 Erfolgsprinzipien gesammelt, die den Unterschied machen. Ausgewählte Prinzipien will ich Euch in den nächsten Artikeln vorstellen. Sie sind eine Art Denkhaltung. Und wer sie kennt, sollte alle Basics eines Innovators und wer sie alle anwendet, wird garantiert erfolgreich sein.

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Kunden wollen nicht unendliche Optionen. Denn je mehr Alternativen es in Entscheidungen gibt, umso unzufriedener wird man mit der Entscheidung sein. Denn man hat sich gegen alle anderen entschieden.

Menschen müssen tagtäglich unzählige Entscheidungen treffen. Und die meisten treffen wir nicht rational, wo wir nach einen klaren Kriterienkatalog vorgehen, sondern wir handeln emotional. Und dabei hilft das richtige Innovationsmanagement bei der Leistungsgestaltung und somit dem Kunden und damit auch dem Unternehmen.

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Rolls-Royce verkauft keine Turbinen sondern Flugstunden. Materielles wandert immer mehr in den Hintergrund. Dienstleistungen sind der Hebel, um das Produkt zu differenzieren und den Kundennutzen auszubauen. Das besagt das Service-Prinzip. Das Buch bietet zwei sehr interessante Beispiele:

  • Möchte die Bahn den Kundennutzen steigern, könnte sie das Schienennetzwerk ausbauen, um Wartezeiten zu verkürzen. Das wäre aber zu kostspielig, daher sucht die Bahn nach anderen Alternativen. Nun fragt man sich, warum die Wartezeit überhaupt so unangenehm ist und verbessert dann das „Erlebnis Wartezeit“, z.B. durch kostenlose Zeitungen, WLAN, guten Kaffee, bessere Sitzgelegenheiten, usw.
  • Die amerikanischen BMW-Händler führten kostenloses WLAN ein. Ursprünglich war es einfach als Zusatznutzen gedacht, doch es ergab einen unerwarteten positiven Nebeneffekt. Die Nachfrage nach Ersatzwagen sank um 15 % und damit auch die Kosten. Denn anstatt mit dem Leihwagen ins Büro und wieder zurück zu fahren, nutzten die Fahrer die Wartezeit einfach fürs produktive Arbeiten.

Das Service-Prinzip hilft, das richtige Leistungspaket zu bieten. Qualität vor Quantität und das gelingt mit Dienstleistungen.

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Perfekt ist ein Produkt, wenn man nichts mehr weglassen kann – der Slogan von Smart. Menschen haben einen Hang zur Komplexität, aufgrund unseres evolutionären Hintergrunds des Jäger und Sammlers. Bei Innovationen verhalten wir uns ähnlich und lassen ungern etwas weg. Auch glauben wir, dass die Kunden bereit sind, für das alles zu zahlen.

Ein Beispiel, das jeder kennt, ist die TV-Fernbedienung mit ihren Unmengen an Tasten, wo wir bei vielen nicht mal die Funktion kennen oder wollen. Diese Überfülle an Funktionen nennt sich auch „Feature Creep“.

Einen Ausweg daraus definiert das „Kleines-Schwarzes-Prinzip“ – Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche. Dadurch verringert man nicht nur die Kundenverwirrung, sondern reduziert auch die Komplexität und Losgrößen und somit die Kosten und das Risiko für schlechte Qualität. Beispiele sind die Produkte von Apple, die Radios von Tivoli oder der Fiat 500.

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Das “Boutique-Prinzip“ geht in dieselbe Richtung. Provoziert durch den Wettbewerb, erweitern wir ständig unser Produktportfolio. Innovationsboutiquen widerstehen diesem Druck und verdienen mit einem überschaubaren Sortiment durchdachter Produkte hohe Umsätze.

Viele stecken in dem Dilemma, dass gute Ideen mit Zeitdruck und Hektik durch den Innovationsprozess gepeitscht werden und so entstehen nur mittelmäßige Produkte. Der Erfolg liegt nicht nur an einer guten Idee, sondern an deren „innovativen“ Umsetzung. Innovationsboutiquen kümmern sich pedantisch um jedes Detail. Die Kunst liegt auch darin, das Wesentliche zu erkennen.

Und so erhält man Fans statt Kunden, die schon mit der Geldbörse in der Hand darauf warten, dass Produkt kaufen zu dürfen.

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33 erfolgspinzipienQuelle und weiterführende Informationen:

Meine persönliche Rezension: Sehr kurzweilige und informative Lektüre mit vielen anschaulichen Beispielen, egal ob für Profi oder Neuling. Die Erfolgsprinzipien sind aus meiner Sicht das „Must Have“-Gedankengut für alle Innovatoren und motivieren zum Innovieren.

Bildquelle: pixabay.com

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