Die Z-Dimensionen oder was wir aus der Historie der Fotografie lernen können.

By | 24. April 2011

Ja, ich gebe zu, die Geschichte ist schon „abgedroschen“ (wie wir in Österreich sagen), aber ich finde sie trotzdem sehr anschaulich. Die Geschichte rund um die digitale Fotografie zeigt, was passiert, wenn man innovativ oder nicht ist.

Bildquelle: http://polaroid600film.com

Kodak beschäftigte sich als erste schon 1975 mit der Digitalfotografie, jedoch wurde das Potential nicht erkannt. Weiterentwickelt wurde die Technologie von Sony, Canon, Nikon, Fuji und Konika. Europäische Kamerahersteller widmeten sich weniger der neuen Technologie. Polariod setzte auf die Technologie der Sofortbildkameras, den „Kameras mit eingebautem Labor“, und musste 2008 seinen Platz am Markt räumen. Die Technologie ist nunmehr für Nostalgiker und Künstler von Interesse.

Die digitale Fototechnik ist eine disruptive Technologie. In ihren Anfängen war sie im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik „schwach“ und unter den Marktanforderungen, vor allem wegen der niedrigen Auflösung und somit der schlechten Qualität der Bilder. Das war auch der Grund, warum viele Marktteilnehmer nicht an den Erfolg glaubten.

Doch die Digitalfotografie bot schon am Beginn weitere Werte und Nutzen für Kunden. Beispielsweise konnten die Fotos schnell verarbeitet, verteilt und gedruckt werden. Diese Vorteile verholfen der Technologie zu ihrem Durchbruch. Und das Problem der niedrigen Qualität wurde auch relativ schnell gelöst.

Neue Technologien bieten neue Möglichkeiten. Die sogenannte Z-Dimension, die neuen Leistungsmerkmale, verschafft der neuen Innovation den Durchbruch still und leise. Still und leise, weil die anfänglichen Schwächen es schwierig machen, die Auswirkungen zu voraussagen. Man glaubt, dass es aufgrund der Probleme keine Akzeptanz findet, jedoch werden mit der Zeit Technologien optimiert und so Schwächen eliminiert, wodurch sich neue Dimensionen ergeben. 

Was lernen wir nun daraus für unsere Innovations- und Technologiestrategien?

Damit man Chancen auf Basis von neuen Technologien nicht verpasst, sollte man die Augen immer offen halten. Neue Technologien sollen recherchiert und beobachtet werden, um schwache Signale sofort zu erkennen, und um schnell darauf reagieren zu können.

Und Unternehmen müssen öfters mal den Mut aufbringen, in Technologien, die anfangs sehr riskant sind, zu investieren. Ansonsten gewinnt der Wettbewerb aufgrund des zeitlichen Vorsprungs. Denn Technologieentwicklungen und Adaptierungen brauchen Zeit, oft Jahre.

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