Die neue Generation des Innovationsmanagements

By | 17. Dezember 2015

In den letzten Jahren hörte man im Innovationsmanagement viele neue Entwicklungen, Trends und Buzzwords: Design Thinking, Agil, Lean, Scrum, Experience, Foresight, Prototyping, Canvas …

Innovationszyklen werden immer rasanter, es gibt hohe Flopraten, und auf der andere Seite wachsen von heute auf morgen Innovationen heran, die sogar ganze Branchen auslöschen können: Stichwort Disruption. Von drei Viertel der Fortune 500 Unternehmen im Jahre 2020 haben wir heute noch nichts gehört. [1] Um so relevanter ist auch ein optimales Innovationssystem.

Ein neues Innovationsmodell

Auf Basis der neuen Themen und Methoden entwickelte ich ein neues Innovationsmodell, wo die alten und neuen Elemente kombiniert werden.

Neue Generation Innovationsmanagement

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Zur Visualisierung: die Veranschaulichung oberhalb des Innovationsprozesses ist eine Detaillierung der einzelnen Schritte, z.B. Trends & Foresight, Strategie und Suchfelder & Themen ist Teil des Prozessschrittes „Strategie & Zukunft“.

Ausgangspunkt sind Trends, Zukunftsanalysen und die Strategie auf Basis von Stärken und Schwächen, Risiken und Chancen. Davon werden Suchfelder und Themen für Innovationen definiert.

Anhand der Suchfelder werden Ideen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt: Mitarbeiter, Open Innovation, Workshops, Anwendung von Innovationsmethoden, etc.

In diesem Ideenprozess werden aber auch durch Zufall Ideen gefunden, die Inputs für die Strategie bieten und wiederum selbst zu Suchfeldern werden (z.B. neue Märkte werden identifiziert).

Parallel läuft ein Technologieprozess, abseits von Marktkennzahlen werden neue Technologien aufgespürt und entwickelt, wonach dann potentielle Anwendungsfelder am Markt gesucht werden (Technologie-Push).

„Kleine“ Innovationen wie Produkterweiterungen oder Verbesserungen werden relativ einfach und schnell umgesetzt. Umfangreiche Analysen und Konzepte sind meist nicht erforderlich, es reicht eine kleine Analyse und eine Beschreibung ähnlich einer Skizze oder eines Steckbriefs.

„Große“ Innovationen wie neue Produkte erfordern mehr Analysearbeit um über die weiteren Schritte zu entscheiden: was will der Kunde genau, wo sind die Märkte, wie groß ist das Potential, wo sind Risiken, Differenzierung zu Konkurrenz, Machbarkeiten … Daraus entsteht ein Konzept, ein Business Plan, häufig auf Basis von Canvas.

„Mega“ Innovationen – diesen Begriff verwende ich pauschal für große, radikale, disruptive Innovationen mit hohem Neuheitsgrad – erfordern in der kreativen Startphase umfangreiche Recherchen. Hier empfiehlt sich die Design Thinking Methodik, die natürlich auch für kleine und große Innovationen und zur Ideenfindung auf Basis von Suchfeldern angewendet werden kann.

Die Methodik umfasst 6 Schritte. Wesentliche Elemente, die auch allgemein in neuen Innovationsprozessen Einzug halten, sind

  • Kunden- & Nutzerzentriert: Empathie – umfangreiche Analyse der Situation, Prozesse und der Bedürfnisse helfen, die Kunden und Nutzer zu verstehen. So entsteht durch Nutzer- und Kundenorientierung eine „Experience“.
    Das ist ein riesiger Erfolgsfaktor, scheitern doch die meisten Innovationen, weil man den Kunden nicht versteht. Mögliche Methoden sind Ethnografie, Personas, Customer Experience Design, Outcome-Driven Innovation …
  • So schnell wie möglich Prototypen entwickeln, um die neuen Ideen zu testen, vor allem ob sie Kundenbedürfnisse erfüllen. Der Begriff Pretotyping (pretent + prototyping) entstand.

Steht dann das Konzept, geht es in die Entwicklung, Umsetzung und Markteinführung. Innovationen sind neu, logisch, es fehlen am Beginn viele Informationen für eine Planung und Steuerung. Neue Erkenntnisse im Prozessverlauf erfordern oft Richtungswechsel oder Umwege. Traditionelles Projektmanagement stößt hier schnell an Grenzen, viele Planungen vor allem in den kreativen Phasen sind Zeitverschwendung. Daher kommen hier immer mehr agile und iterative Methoden wie Scrum, Lean Start-up oder eben Design Thinking zum Zug.

Die Menschen rücken in den Mittelpunkt, neben den Kunden auch das Team. Die Teamkultur (z.B. Start-up Mentalität) und das Setting (ein Raum für das Team, ständige Zusammenarbeit …) sind Erfolgsfaktoren. 

War Stage-Gate gestern?

Nein, denn man braucht trotzdem zuerst ein Konzept, muss dann ein Produkt entwickeln, die Produktionsumsetzung planen und es am Markt einführen. Und das Prinzip von Stage-Gate mit Entscheidungspunkten und Deliverables ist trotzdem noch sehr dienlich.

Wichtig ist, für sich anhand der individuellen Anforderungen, Möglichkeiten, Unternehmenseigenschaften und Innovationsziele das optimale Modell abzuleiten.

 

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Seminarreihe „Die neue Generation des Innovationsmanagements“

Scrum & Co für Innovationsprozesse

Di, 19. Jan. 2016, Amstetten
Do, 22. Mär. 2016, Potsdam

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Lego® Serious Play®

Innovationsmethode für die Entwicklung von Strategien, Geschäftsmodellen, Produkten, Prozessen, Marken und Teams!

Di, 8. Mär. 2016, Wien

> Details

Und – Design Thinking ist in Planung!

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[1] Weitere Infos und Inspiration: batterii – http://blog.batterii.com/hubfs/How_to_Innovate_Strategically_Batterii.pdf

 

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