Die Grenzen des klassischen Innovationsmanagements – Fokus auf Strategie und Kultur

By | 25. Juli 2014

Die Herausforderungen steigen, der Druck durch den internationalen Wettbewerb steigt, alles wird schneller, es reicht nicht mehr aus Bestehendes nur zu optimieren. Das klassische, prozessorientierte Innovationsmanagement stößt an seine Grenzen.

Diese Erkenntnisse kennt wahrscheinlich jeder Innovationsmanager aus seiner täglichen Erfahrung. Prozesse sind zwar wichtig und unverzichtbar, aber noch wichtiger sind die Menschen dahinter, die die Innovationen vorantreiben. Daher rücken die Themen Strategie, Struktur und vor allem Kultur immer stärker in den Mittelpunkt des Innovationsmanagements. Denn hier entstehen viele, meist unsichtbare Innovationshindernisse, die den Fortschritt der Projekte blockieren. Zum Beispiel

  • Das Team zieht nicht an einem Strang und verfolgt im Projekt kein gemeinsames Ziel. Bereichsdenken dominiert.
  • Radikale Innovationen werden in Strukturen für inkrementelle Innovation gepresst. Meist das Todesurteil gleich im ersten Stage.
  • Hierarchien und Regeln entschleunigen Innovationsprozesse durch lange Entscheidungsprozesse.
  • Das Tagesgeschäft dominiert, denn nach Umsatz und Ertrag richtigen sich die Boni. Kein Platz für langfristige Innovationen.

Die Studie Innolytics ist genau dieser Thematik auf den Grund gegangen und hat auf Basis einer Studie mit 200 Unternehmen das Thema genau analysiert und die Innovationshindernisse identifiziert.

Dabei haben sie 4 unterschiedliche Ausprägungen der Innovationskultur identifiziert, die aussagen, wie Unternehmen in Bezug auf Innovation ticken.

4 unterschiedliche Ausprägungen der Innovationskultur

Die unterschiedlichen Ausprägungen erlauben, dass Unternehmen unterschiedliche Innovationsprojekte mit unterschiedlichen Innovationsgraden und Geschwindigkeiten vorantreiben.

Innolytics innovationskultur

Innovationskulturen (Quelle: www.innolytics.de)

Proaktive Innovatoren (21%)

haben eine starke strategische Ausrichtung auf Innovationen. Sie sind Innovationsführer und gestalten den Markt. Dementsprechend stark ist auch ihre Innovationskultur ausgeprägt: sie lassen radikale Innovationen zu, sind offen und risikofreudig, Mitarbeiter treiben Ideen proaktiv voran usw.

Strategische Innovatoren (27%)

haben ein starkes Top Management Commitment. Allerdings geben Sie auch die Innovationsrichtung vor, haben die Ideen und die Mitarbeiter setzen sie um. So sind sie sehr umsetzungsstark, aber mit dem großen Risiko, dass der Innovationserfolg nur vom Gespür der Manager abhängt und Mitarbeiterpotentiale nicht ausgeschöpft werden. Vom Innovationsgrad her reagieren sie auf Marktanforderungen und neue Technologien.

Innovative Optimierer (36%)

Die Innovationskultur ist zwar ausgeprägt, aber insgesamt niedriger als beim proaktiven Innovator. Man setzt auf kleine Schritte und inkrementelle Innovationen, mit starkem Fokus auf Qualität. Ihre Veränderungsbereitschaft ist geringer, der Ausrichtung ist stark auf die Einhaltung von Prozessen und Regeln.

Operative Innovatoren (16%)

fokussieren sich auf das operative Geschäft, Innovationen passieren eher zufällig im dessen Rahmen.

(%-Zahl in Klammer entspricht Anteil der Unternehmen, die diesem Typus entsprechen.)

Strategie-Kultur-Gap

Das große Problem ist, dass Strategie und Kultur oft auseinander geht. Beispielsweise wollen sich alle Unternehmensführer die „Innovationsführerschaft“ an die Fahnen heften, aber dann werden Innovationen wenig gefördert, Risiken werden nicht eingegangen und radikal neue Ideen haben sowieso kaum Chance.

Die gewünschte Strategie und tatsächliche Kultur müssen zusammenpassen!

Gestaltungselemente der Innovationskultur

Hier eine Liste von Elementen, die für die Gestaltung einer Innovationskultur essentiell sind. Leider kann ich nicht auf alle Details hier eingehen, aber es wird eine Reihe von Folgeartikeln geben, die ausgewählte Themen behandeln. Diese Elemente sind zugleich die Inhalte von Innolytics.

  1. Innovationsstrategie und Verankerung von Innovation
  2. Innovationsförderndes Wertesystem, z.B. Förderung von Kreativität, Mut zur Veränderung …
  3. Strukturen, betrifft Hierarchien, Regeln und Entscheidungsstrukturen.
  4. Führungsstil zur Förderung von Innovationen, z.B. Autonomie, Innovationsziele …
  5. Verfügbarkeit von Ressourcen führ Kreativität und Innovation
  6. Teamzusammensetzung – das richtige Maß an Heterogenität
  7. Anreizsysteme für Innovation
  8. Kommunikation, z.B. bereichsübergreifende Netzwerke, Kommunikation der Strategie …
  9. Risikokultur
  10. Arbeitsklima und motivierendes Umfeld

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Quellen und Links
Innolytics-  Analysetool zur Steigerung der Innovationsfähigkeit

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One thought on “Die Grenzen des klassischen Innovationsmanagements – Fokus auf Strategie und Kultur

  1. Frankenfeld

    Die Studie zeigt deutlich, wie sehr ein erfolgreicher Innovationswille durch die Rahmenbedingungen determiniert wird, in dem Innovationen entstehen sollen. Zukünftig wird aber gerade das immer bedeutsamer für weitere Markterfolge. Das Unternehmen, welches Innovationen voran treibt und marktfähig in kurzer Zeit gestalten kann wird über Wettbewerbsvorteile verfügen.

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