Die Entstehung von Innovationen fördern – über Liquid Networks, Error, Noise und Serendipity

By | 7. Januar 2012

Die Entstehung von Innovationen vergleicht Stephen Johnson mit naturwissenschaftlichen Phänomenen wie dem menschlichen Gehirn oder der Adaptionsfähigkeit von Regenwäldern oder Korallenriffen. Eine gute Idee ist kein singuläres Ereignis, sondern ein Netzwerk, ein System, wo Menschen, Ideen, Informationen und Ereignisse aufeinandertreffen.

Helmut Leopold vom Austrian Institute of Technology hat die Entstehung von Ideen in einem brisanten Artikel bei zukunftswissen.apa.at auf den Punkt gebracht. Gute Ideen möchten sich verbinden, verschmelzen und zu neuen Kombination weiterentwickeln. Transformation und Wiederverwertung „Recycling“ von Gedanken und Informationen führen zu neuen Ideen und entwickeln sie weiter. Dazu braucht es unter anderem

  • Liquid Networks“ – eine Umwelt, wo Ideen aufeinander treffen und verlinken können.
  • Error and Noise“ – ergänzende, auf den ersten Blick unnötige und irrelevante Informationen.
  • Und „Serendipity“ – den glücklichen Zufall.

 

Und wie sieht dieses Umfeld zur Entstehung von Innovationen in der Praxis aus? – Durch Raum und Zeit für Ideen. Zum Beispiel

  • Netzwerke und den Austausch intern und extern fördern.
    Bringen Sie Mitarbeiter zusammen, z.B. bei Workshops, Events oder Projekten.
    Bringen Sie Mitarbeiter mit externen Experten zusammen, z.B. Konferenzen. Fördern Sie so auch den Blick über den Tellerrand.
  • Zeit für Innovationen. Zeit für Lesen, um Neues zu erfahren. Ermutigen Sie Mitarbeiter sich für Neues und Ideen Zeit zu nehmen.
  • Den Zufall fördern. Nach Statistiken entstehen die meisten Ideen per Zufall im ungezwungenen Umfeld, wie beim Duschen oder Spazieren gehen.

Für Unternehmen, die schon ein Ideenmanagement implementiert haben, lassen sich diese Prinzipien auch übertragen. Beispielsweise durch den Peer Review von Ideen. Haben Mitarbeiter eine Idee, sollen sie sie vor der Einreichung mit einem anderen Mitarbeiter diskutieren. Das fördert, dass die Idee durch die weitere Perspektive auf die Probe gestellt und weiterentwickelt wird und steigert die Qualität

Aus diesem Grund erlauben manche Unternehmen nur mehr Teamvorschläge in deren Ideenmanagement-Systemen. Denn die Mehrblicke fördern nicht nur die Reife und Qualität der Idee, sondern auch die Umsetzung der Idee. Jeder Mit-Innovator ist auch ein Multiplikator, der sich für die Umsetzung der Idee einsetzt.

Erwarten wir von Mitarbeitern gute Ideen, müssen wir auch die notwendigen Rahmenbedingungen fördern. Und die sind alles andere als trivial, immerhin steht es im Kontext eines Mind & Culture Change. Nichtsdestotrotz kann man mit kleinen Schritten wie z.B. den Peer Review schon erste fruchtbringende Maßnahmen setzen.

Quellen:

Für Interessierte:

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