Design Thinking – Methode für geniale Innovationen und alltägliche Problemstellungen

By | 15. Dezember 2015

Alle reden von Design Thinking! Was ist und kann diese Methode? Hier alles, was man über Design Thinking wissen sollte.

Erstmal vorweg: Man muss kein Designer sein um Design Thinking zu praktizieren.

Es geht nicht um Design im Sinne von Ästhetik und Form, sondern um die Gestaltung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Es ist ein Kreativ-Prozess für Problemstellungen im privaten und beruflichen Alltag und für Produkt- und Serviceentwicklungen. Also vom kleinen Problem bis zur großen Innovation.

Die folgende Methodenskizzierung ist auf Basis einer Zusammenfassung des Buch „30 Minuten Design Thinking“ von Jochen Gürtler und Johannes Meyer.

Kernmerkmale der Arbeitskultur „Design Thinking“

Design Thinking ist zwar ein Prozess, aber eigentlich mehr eine Arbeitskultur.

Der Mensch steht im Mittelpunkt.

  • Einerseits das Arbeitsteam.
  • Andererseits und vor allem die Kunden und Nutzer. Das Lernen über den Nutzer und sein Problem steht in jeder Phase im Zentrum.

Arbeitsweise im Team und Raum

  • Kernteam von 4 – 6 Personen optimal.
  • Diversität: vielfältige Expertisen mit breiten Wissen und verschiedenen Sichtweisen.
  • Erweitertes Team mit Experten, Nutzer und Auftraggeber.
  • Die Umsetzer von Anfang an im Kernteam einbinden.
  • Die Teamkultur ist geprägt von Offenheit, Respekt, Vertrauen und Kommunikationsstärke.
  • Das Team eines Design Thinking Projekts arbeitet ständig und im einem Raum zusammen. Entweder wirklich jeden Tag oder an fixen Wochentagen.
  • Für die gesamte Projektdauer soll ein Raum zur Verfügung stehen, der Kollaboration fördert und in dem das Projekt leben kann. Alle Informationen und Prototypen sind sichtbar. Ist das nicht möglich, sollen die Informationen zumindest „mobil“ sein.

Die wichtigsten Arbeitsprinzipien

  • Nutzerzentriert: Empathie – den Kunde und Benutzer verstehen ist die wichtigste Basis.
  • Kultur der unfertigen Prototypen: Sobald eine Idee steht, wird ein simpler Prototyp entwickelt, um die Idee erlebbar zu machen und zu testen.
  • Iterationen: Man navigiert nicht durch einzelnen Prozessschritte, sondern kommt durch ständige Wiederholung von Schritten zum Ziel.

Der „Prozess“ Design Thinking

design thinking

Verstehen

Hier geht es um die Definition der „Design Challenge“, um das Stellen der richtigen Frage. Die sollte spezifisch genug sein, darf aber den Lösungsraum nicht einschränken.

Erforschen

Möglichst viele Informationen zum Thema, Kunden, Nutzer und andere Betroffene werden gesammelt. Alle Teammitglieder werden so zu Sofortexperten.

Wichtig ist die Erforschung bei den Menschen. Zu beachten ist hier, dass oft das Gesagte nur die halbe Wahrheit ist. Daher setzt man hier auf Audios, Fotos, Videos, Beobachten, Selbst-Ausprobieren, Emotionen und Gesten aufgreifen, usw.

Synthese

Aus den umfangreichen Informationen wird die Essenz herausgearbeitet. Das kann dazu führen, dass man zurück geht und die Fragestellung neu aufarbeitet.

Die Aufbereitung der Informationen ist wesentlich. Sie soll sichtbar (im Raum, durch Bilder …) und verständlich für alle sein. Methoden wie Storytelling und Personas finden Anwendung.

Das Erforschen und die Synthese sind die umfangreichsten Phasen im Prozess.

Ideen

Wie bei jeder Kreativsession gelten hier dieselben Regeln: Quantität vor Qualität, keine Bewertungen, Ideen aufgreifen und weiterspinnen, aus Denkmustern ausbrechen (Wie würde es Superman lösen?) und mit den Händen denken sprich visualisieren.

Erst nach der Ideensammlung werden die Ideen bewertet und das Team entscheidet sich für ein bis drei Ideen zur weiteren Bearbeitung.

Prototypen

Ideen müssen erlebbar gemacht werden, um sie anzufassen und zu testen. Denn Ideen aus nur Worten sind anfällig für Missverständnisse.

Hier besteht absolut kein Anspruch für fertige Prototypen, mit Papier, Knete, Karton, Pfeifenreiniger, Lego … wird improvisiert, um die wichtigsten Funktionen zu demonstrieren.

Testen

Schnell wird mit den Prototypen von Benutzern, Experten und Auftraggeber Feedback gesammelt.

Kommt die Idee positiv an, wird die Umsetzung gestartet, wenn Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit gegeben ist.

Innovation mit Design Thinking

Design Thinking ermöglichen Innovationen mit dem Wow-Effekt. Das Endprodukt trifft die Wünsche und Bedürfnisse vom Benutzer. Die Autoren des 30 Minuten Guides für Design Thinking vergleichen es mit einem Geburtstagsgeschenk: Der Beschenkte artikuliert den Wunsch zwar nicht, bekommt er aber das Geschenk, ist er total begeistert und gibt es nicht mehr her. Genauso wie hier :-):

https://www.youtube.com/watch?v=aqqyfy_Wc00&index=21&list=PLse4KDLUTHINQgNxLaxJKDvjPM6Zi-rvP

Design Thinking ist keine hochkomplizierte Wissenschaft (auch wenn es an der Univerisity of Stanford geboren wurde). Allerdings ist die Anwendung und Umsetzung der Methode in Unternehmen mit Herausforderungen verbunden.

  • Es ist ein kultureller Wandel. Laut einer Studie dauert die Umsetzung 4 Jahre.
  • Mit einige Elementen können sicher ein paar noch nicht so gut umgehen, wie …
    – Prototypen mit Papier oder Lego basteln.
    – Alles sichtbar machen.
    – Unfertige Prototypen.
    – „Freistellen“ von Mitarbeitern für nur ein Projekt.
    – …
  • Dann ist die Methode „relativ“ aufwendig, vor allem die Recherche.
    Man braucht intensiven Kontakt mit Benutzern und Kunden.

Aber – All das soll nicht ablenken. Denn die Methode ist sehr mächtig und kompensiert viele Innovationsfehler, die man sonst so macht, wie z.B. den Kunden nicht richtig verstehen – der Hauptgrund für Flops. Und im Prozess entstehen viele wertvolle Informationen und somit hat man eine bessere Entscheidungsgrundlage, wie zum Beispiele für die spätere Vermarktung.

Design Thinking ist sicher, kombiniert mit den gängigen Werkzeugen, die optimalste Methode für das Innovationsmanagement. Denn sie vereint die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Innovationen wie Menschen, Empathie, Kultur, Kundenorientierung, Agilität … und prägt somit die neue Generation des Innovationsmanagements.

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design thinking buchQuelle:

30 Minuten Design Thinking von Jochen Gürtler und Johannes Meyer: http://amzn.to/1Osycu6

Ich bin ja normalerweise nicht so ein Fan von Kurzguides, aber dieses Buch finde ich sehr toll. Es gibt einen sehr guten Einblick in die Methode und das um nur 8,90 Euro. Man merkt, dass die Autoren sehr viel Praxiserfahrung haben und nimmt dementsprechend viel mit!

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