Das Dilemma warum Manager auch gute Ideen killen …

By | 19. November 2013

Wer kennt die Situation nicht? Man hat eine grenzgeniale Idee, die beste Idee überhaupt, bekommt die Chance, sie vor dem Management zu präsentieren, voll Elan und Euphorie geht man in das Meeting und dann kommt man total frustriert raus.

Im heutigen Artikel gehe ich der Frage nach, was die Gründe für einen schnellen oder langsamen Tod einer Idee sind.

Entweder ist die Idee ist tatsächlich mies oder absolut nicht machbar, dann wird sie sowieso abgelehnt. Für eine Ablehnung braucht das Management aber

  • Courage, die Ablehnung zu entscheiden und den Erfinder nicht zu vertrösten oder in gar ein paar Mal durch die Runden zu schicken.
  • Fingerspitzengefühl – die Ablehnung muss objektiv begründet und für den Erfinder nachvollziehbar sein. Dann hat der Mitarbeiter auch Verständnis für die Entscheidung, es sei denn, er ist total blind verliebt in seine Idee und will nichts Negatives wahrnehmen.

Aber in vielen Fällen haben Ideen Potential und sie werden trotzdem nicht positiv bearbeitet. Mögliche Gründe können sein

  • Das Management steht vor vielen Ideen und es fällt schwer, die tatsächlich Erfolgsversprechende zu identifizieren. Ursachen sind beispielsweise fehlende Information und Know-How, damit verbunden Unsicherheit, oder fehlende Zeit.
  • Oder auch, und das ist am schlimmsten, emotionale Gründe. Vertrauen in den Mitarbeiter fehlt, mangelnde Sympathien, die eigentlich irrelevant sein sollten oder der Manager fühlt sich angegriffen. All das sind in der Tat persönliche Schwächen und haben im professionellen Businessalltag nichts verloren.

Auf dieser Grafik wurde versucht, die Gründe und Ursachen zu analysieren. Ein interessanter Einblick und mit Sicherheit nur ein Teil davon. Hier wird auch die desillusionierende Schleife dargestellt, wenn man von Meeting zu Meeting pilgert, aber keine Entscheidung erhält.

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2 thoughts on “Das Dilemma warum Manager auch gute Ideen killen …

  1. Raimund Wiesinger

    Drei Aspekte (sicher gibt es mehr):

    Ideen müssen verstanden und bewertet werden. Das kostet Zeit und stört den Tagesablauf, das Tagesgeschäft.

    An entscheidenden Stellen sitzen Manager und keine Unternehmer, völlig neue Ideen sind ein schwer kalkulierbares Risiko und gefährden u.U. die monetären Ziele der Manager.

    Eine Idee wird mit ihrer technischen Brillanz statt mit ihrem wirtschaftliche Nutzen dargestellt.

  2. Franz Buchinger

    Schließe mich Herrn Wiesinger an: in der Frühphase sind Ideen oft zu unkonkret oder konzentrieren sich allein auf den technischen Lösungsaspekt, was ihre ganzheitliche Bewertung erschwert. Vor allem aber sind sie ein Bündel von noch unbestätigten Annahmen („Durch den Einsatz von Bilderkennungstechniken können wir die Durchlaufzeit in der Qualitätssicherung um 50% verkürzen“).

    Ein möglicher Ausweg aus dem Ideendilemma sind „agile“ Innovationstechniken wie das hier vorgestellte Lean Canvas: Der Ideengeber verpflichtet sich, damit seine Idee strukturiert weiterzuentwickeln: Welche konkreten Probleme löst die Idee? Wer sind mögliche Kunden im Unternehmen? Wie stehen sich Einsparungen/Gewinne und Kosten gegenüber?

    Das Unternehmen unterstützt ihn im Gegenzug mit einem unbürokratisch genehmigbaren Kleinstbudget. Dieses reicht natürlich nur für eine prototypenhafte Umsetzung der Idee. Nun ist die Kreativität des Ideengebers gefordert, seine Idee „kleinzudenken“: benötigte Ressourcen wie Hard/Software werden angemietet statt gekauft, aufwendig automatisierbare Arbeitsschritte noch manuell durchgeführt etc. Wichtig ist, dass am Ende ein ausprobierbarer Prototyp zur Verfügung steht, der Akzeptanztests erlaubt.

    Am Ende hat das Management durch die erfolgte Konkretisierung eine viel bessere Entscheidungsgrundlage über die Weiterverfolgung der Idee. Der Ideengeber wird die Entscheidung eher akzeptieren, da er die Stärken und Schwächen seiner Idee im Zuge der Weiterentwicklung besser kennenlernen konnte.

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