Cross Industry Innovation – „Einfach“ Vernetzen und Verknüpfen

By | 5. März 2011

Mehr als drei Viertel aller Innovationen entstehen durch die Kombination von bereits vorhandenen Wissen. Man versucht durch Verknüpfen von Praktiken und Wissen über Geschäftsmodelle, Technologien und Prozesse aus anderen Industrien neue Innovationen hervorzubringen. Beispiele sind

  • Das Navigationssystem von BMW, das sich den Joystick aus der Spielindustrie abgeschaut hat.
  • Transfer von Oberflächentechnologien aus der Autolack- auf die Holzindustrie.

Das Prinzip ist einfach – Verknüpfen.
Die These etwas gewagt- Man findet mit jedem Gesprächspartner Überschneidungspunkte, wo man voneinander lernen kann oder sogar etwas gemeinsam entwickeln kann.

Und wenn man nur eine Inspiration erhält. Durch die Kombination von Wissen ergeben sich enorme Innovationspotentiale für radikale Innovationen mit relevanten Alleinstellungsmerkmalen. Und das mit weit niedrigeren Kosten, Zeitaufwänden und Risiken, z.B. da die Technologie schon vorhanden ist und anstatt neu entwickelt nur adaptiert werden muss.

Als Voraussetzung muss man einige wenige Einstellungen und Eigenschaften mitbringen.

  • Offen sein – die Einstellung, dass ich voneinander etwas lernen kann.
  • Vernetzen – mit verschiedensten Personen, zum Beispiel aus anderen Organisationen und Branchen, oder mit Leuten mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Professionen (z.B. Künstler). Multi-funktionale Teams bilden. Besuche von branchennahen oder sogar branchenfremden Konferenzen und Netzwerken.
  • Verknüpfen – die Gabe, dass man Bestehendes mit Neuem verknüpft und daraus neue Ideen ableitet.

Im aktuellen Harvard Business Manager (Edition 2/2011) zum Thema Kreativität wird die „Innovatoren-DNS“ beschrieben. Dabei geht es um die Eigenschaften von Innovatoren: Verknüpfen, Hinterfragen, Beobachten, Experimentieren und Vernetzen, wobei Verknüpfen die Kerneigenschaft ist.

Verknüpfen wird auch durch die Kreativitätsmethoden der Konfrontation bzw. Bisoziation gefördert. Beispielsweise durch die Anwendung der 40 TRIZ Prinzipien bei der Lösung von technischen Problemen.

Ellen Enkel und Annette Horvath stellen in ihrer (sehr empfehlenswerten) Publikation zum Thema Cross-Industry-Innovation auch einen systematischen Prozess dar:

  • Abstraktion und Verallgemeinerung der Problemstellung
  • Analogien finden durch Rekombination
  • Adaption und Implementierung

Wichtig ist jedoch die Identifikation der richtigen Partner.

  • Man kann Cross-Industry-Innovation dem Zufall überlassen, indem man bei Gesprächen mit Partnern aber auch neuen Kontakten eine gewisse Offenheit mitbringt. Durch das gezielte Suchen von Überschneidungspunkten und durch Verknüpfen werden neue Ideen geboren.
  • Oder man sucht bei konkreten Problemstellungen analoge Organisation, wie es die Lead Innovation Management GmbH anbietet („analoge Lead User“). Ein Beispiel: Ein Gerüstbauer möchte ein Problem mit Verbindungen lösen und trifft sich mit Vertretern aus der Schlauchindustrie und Installateuren, die Erkenntnisse mit analogen Problemen in der Verbindungstechnik einbringen.

Cross Industry Innovation ist sehr mächtig, um radikale Innovation zu finden und kann eigentlich sehr einfach und kostengünstig praktiziert werden.

  • Seien Sie offen, kombinieren und verknüpfen Sie.
  • Pflegen Sie ein Netzwerk mit vielen verschiedenen Kontakten.

Innovationen lauern überall. Man muss sie nur aufgreifen!
So einfach kann Cross Industry Innovation sein.

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Mit Cross-Industry-Innovation zu radikalen Neuerungen von Ellen Enkel und Annette Horvath, im Symposion Verlag.
  • Kreativität – Wie sie Ideen entwickeln und umsetzen, Harvard Business Manager Edition 2 / 2011
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