Business Modell Innovation Typology

By | 18. Juli 2011

Gastbeitrag von Gerhard Drexler
_______________

In der Juniausgabe 2011 von Research Technology Management wurde eine von Peter Koen et al. entwickelte Typologie der Business Model Innovation(1) präsentiert, die ich hier kurz beleuchten und diskutieren möchte.

P. Koen ist Professor am Stevens Institute of Technology und u.a. Autor des Kapitels „Fuzzy Front End: Effective Methods, Tools, and Techniques” im PDMA Toolbook.(2)

Ziel dieser neuen BMIT (Business Modell Innovation Typology) ist die verbesserte Erklärung der komplexen Faktoren, die drei verschiedene Typen von Business Modellen und ihre Herausforderungen unterscheiden.

Innovation wird hier durch drei Dimensionen charakterisiert:

  • Technologie
  • Netzwerke
  • Payback.

Ferner werden zwei Zonen innerhalb des Innovationsraumes unterschieden:

  • Nachhaltige Innovation (= Innovation im Rahmen des bestehenden Business Modells) und
  • neue Business Modelle.

Der Bereich Technologie wird in inkrementelle, architekturale und radikale Innovation eingeteilt. Architekturale Innovation wird als Schaffung neuer Wege zur Integration von Komponenten auf Basis von bestehender oder inkrementeller Technologie in ein System verstanden. Die Netzwerkdimension umspannt die Thematik wie eine Firma Kunden, Lieferanten und Mitbwerber identifiziert und mit ihnen kooperiert. Sehr interessant ist, dass Koen hier auch das Thema „Disruptive Innovation“ von C. Christensen(3) behandelt, wobei es sich um Innovationsprojekte mit meist geringerem Payback (als in einer Firma üblich und gefordert) handelt. Er führt Beispiele an, wie Firmen Erfolge einfahren konnten, indem sie sich diese Tatsache zu Nutze machten.

 

BMIT (nach Koen et al.)

Business Modell Innovation ist eine neue Front im Innovationsmanagement, die komplexer ist als die klassische Innovation von Produkten und Services. Wesentlich für mich ist der in der Publikation vertretene Erklärungsansatz, warum etablierte Firmen in nachhaltiger Innovation (leider leicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Terminus, der auch für Innovationen im Sinne von ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit verwendet wird) meistens erfolgreich sind, während sie bei neuen Business Modellen häufig scheitern. Die Entwicklung neuer Business Modelle erfordert von Firmen offensichtlich neue Fähigkeiten, wie z.B. die Schaffung von Netzwerken zur Einbindung von Konsumenten, die noch nicht Kunden der Firma sind.  Auch eine sehr differenzierte Betrachtung der Höhe des angestrebten Paybacks sollte berücksichtigt werden.

Quellen:

(1)   Koen, P.A. et al. (2011) The Three Faces of Business Modell Innovation. Challenges for Established Firms. Research Technology Management, May-June 2011.

(2)   Koen, P.A. et al. (2002) Fuzzy Front End: Effective Methods, Tools, and Techniques. In: The PDMA Toolbook 1 for New Product Development. Verlag Wiley.

(3)   Christensen, C., Raynor M. (2003 The Innovator’s Solution: Creating and Sustaining Successful Growth.  Verlag Mcgraw-Hill Professional.

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.