Brainstorming – leider ineffektiv?

By | 21. August 2013

Viele glauben, Brainstorming ist das Wundermittel für kreative Ideen. Aber immer mehr Informationen fallen mir in die Hände, die das Gegenteil behaupten.

Beim Brainstorming wird jeder Gedanke ausgesprochen, egal wie sinnvoll, um irgendwann auf den „genialen Einfall“ zu kommen. Und genau das wird an der Methode kritisiert. Manche nennen es „Ideenstau“. Während jemand seine Idee vorstellt, müssen die anderen zuhören und mit ihren Ideen warten. Die Folgen:

  • Ideen in der Warteschleife werden (unbewusst) angepasst.
  • Oder sogar verworfen.
  • Oder einfach vergessen.

Noch problematischer wird es bei einer Gruppe mit „komplizierten“ Persönlichkeiten. Beispielsweise wenn Leute Angst vor negativem Feedback haben oder wenn dominierende Personen teilnehmen, die die Gruppe leiten, die andere kaum zu Wort kommen lassen oder bei den Ideen anderer sofort mitmischen.

Es gibt Studien, die belegen, dass Brainstorming ineffektiv ist und dass Menschen, die alleine „brainstormen“ effektiver sind.

Wir wollen jetzt die Brainstorming-Methode nicht schlecht schreiben. Denn sie hat sich auch bewährt und hat viele Vorteile, unter anderem, dass Menschen gemeinsam an Lösungen arbeiten und sich dadurch stärker mit den Ergebnissen und dem Team identifizieren. Oft werden Brainstorming-Sessions in Change Prozessen genutzt, um Menschen und Lösungen miteinander zu verbinden.

Brainstorming initiiert gruppendynamische Prozesse. Lösungen werden aufgegriffen und weitergespinnt. Aber dafür gibt es Alternativen:

Brainwriting wie zum Beispiel die 6-3-5 Methode. Die Vorteile sind, dass Ideen nicht durch Warten verloren gehen und dass man Ideen auch anonym einbringen kann.

Aber noch viel besser als Brainwriting am Papier sind kollaborative IT-Lösungen.

  • Ideen können jederzeit, sofort, mobil und überall eingegeben werden.
  • Beim Brainstorming kann man Ideen nur während der Session einbringen, online aber immer.
  • Mehr Erklärungen zur Idee durch Grafiken, Text …
  • Ideen anderer werden aufgegriffen und neue Ideen daraus generiert.
  • Ideen werden diskutiert, Feedback wird gegeben – so reift die Idee.
  • Ideen werden gemeinsam evaluiert, durch Sternchen, Punkte oder Likes. So werden automatisch die Top Ideen gefiltert.
  • Spart Arbeitszeit, weil man es nebenbei macht.
  • Und man muss nicht lange nach Terminen für Workshops suchen, wo alle Teilnehmer Zeit haben.
  • Man kann kontinenteübergreifend kreativ sein und muss Leute nicht einfliegen.
  • Man kann eine größere Teilnehmerrunde einbinden.
  • Alle Informationen sind gespeichert und können für später archiviert werden.
  • ….

IT-Lösungen vereinigen die Vorteile des Brainstormings und kompensieren die Nachteile der traditionellen Methode. Natürlich ist eine Lösung z.B. im Intranet nicht so einfach einzuführen, wie ein Workshop durchgeführt werden kann – Aufwand, Kosten, Medienkompetenz der Teilnehmer … Aber hat man mal ein Tool eingeführt und institutionalisiert, kann man ganz einfach die Gedanken der Mitarbeiter einfangen und viele kreative Ideen ernten. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Quellen:

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4 thoughts on “Brainstorming – leider ineffektiv?

  1. Wiedemar Könntmann

    Auch ich befürworte schriftliche Methoden der Ideengewinnung wegen störungsfreiem Parallelarbeiten, zu Wort kommen können, freier Zeitpunktwahl, Fernbeteiligung. Statt kollaborative IT-Lösungen können wir auch Online-Brainstorming“ sagen, dazu lassen sich dann verschiedene Anbieter finden.
    Als weiteren Vorteil der mitwirkenden Community sehe ich dass die Teilnehmer nicht vorurteilsbehaftet eingeladen und ausgewählt werden, sondern sich Ihre Qualifikation einzig und allein über die Verwertbarkeit ihrer Ideen und Ergänzungen klärt. Erst dadurch steigt auch die Vielfältigkeit der Blickpunkte.

  2. Maria Tagwerker-Sturm Post author

    … eine kleine Ergänzung aufgrund meiner Erfahrung:

    Es kommt immer auf das Team und den Moderator an.
    Es hilft neue Denkprozesse zu initiieren.

    Und – wir werden sie trotzdem weiter nutzen.

  3. Bernd

    Ich war bis zu diesem Beitrag auch ein großer Verfechter des Brainstormings… hat bisher eigentlich immer gut geklappt. Jetzt stelle ich mir die Frage ob es nicht vielleicht besser hätte werden können. Ich glaube ich werde jetzt auch mal anders ran gehen.

  4. altvsneu

    Sehr interessanter Post! Ich wusste z.B. noch gar nicht, dass es so optimierte Methoden gibt, die über das normale Brainstorming hinaus gehen. Kann man nur weiter empfehlen!

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