5 Arten, wie man Innovationsmanagement betreiben kann

By | 23. Mai 2016

Innovation geht jedes Unternehmen an, egal ob klein, mittel oder groß. Das ist absolut unbestreitbar. Dazu gehört auch ein Innovationsmanagement, damit Ideen entstehen, gesammelt und umgesetzt werden.

Werden Innovationspotentiale nicht genutzt, braucht es ein Innovationsmanagement. 

Viele Unternehmen machen ständig Innovation, oft unbewusst, weil es in ihrer DNA verankert ist. Das sind zum Beispiel Start-ups, dass im Aufbau ist und wo daher alles ständig optimiert und verbessert wird. Innovation ist quasi in das Tagesgeschäft integriert.

Doch Unternehmen, die den Eindruck haben könnten, sie nutzen zu wenig Innovationspotentiale aus (z.B. weil das Tagesgeschäft zu stark im Mittelpunkt steht) und könnten mit Innovationen erfolgreicher sein, brauchen irgendeine Form eines Innovationsmanagements.

KMU oder Großunternehmen – Innovationsmanagement muss sich an das Unternehmen anpassen.

Innovationsmanagement kann jedes Unternehmen – egal ob 3 oder 30.000 Mitarbeiter – betreiben, um den Innovationserfolg zu steigern. Es gibt für jeden die optimale Lösung, die an die Umstände und Bedürfnisse angepasst werden muss (Tailored Innovation).

Ein Innovationssystem mit allen drumherum wäre für ein Kleinunternehmen am Ziel vorbeigeschossen und Verschwendung. Darum können auch viele Unternehmen mit Innovationsmanagement nichts anfangen. Was soll Innovationsportfolio-Management, Stage-Gate-Prozess, Innovationscontrolling … für ein KMU bedeuten? Auf der anderen Seite aber braucht ein Konzern genau das, um Chaos und Verschwendung zu vermeiden und um Struktur und Systematik einzufädeln, wodurch die Erfolgsrate gesteigert werden soll.

Das Innovationsmanagement muss angepasst werden an

  • die Unternehmensgröße und
  • die gewünschte Innovationsintensität.

Dazu gibt es 5 verschiedene Optionen, wie Innovation gemanaget werden kann. Ob KMU oder Großunternehmen – es findet sich für jeden die optimale Lösung (woo – klingt wie aus der Werbung):

innovationsmanagement anpassen

Bevor es zu den Details geht, zuerst noch die Mindestanforderungen.

Mindestanforderungen an ein Innovationsmanagement.

Egal ob man ein Innovationssystem einführt oder nur ein Innovationsprojekt durchführt, folgende Mindestanforderungen sind die Basis jeder Innovationstätigkeit:

A. Innovationsstrategie

Im Zuge einer Innovationsstrategie muss sich das Unternehmen im Klaren sein, was der Zweck von Innovation ist und was man damit erreichen will.

Beispiel: Will man Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder Geschäftsmodelle innovieren? Will man neue Märkte finden? …

B. Innovationskultur

Innovationskultur ist der Wille zu Innovation. Hat man eine positive Innovationskultur, bedeutet es, dass alle Mitarbeiter sich mit Ideen einbringen und Innovationen unterstützen. Es ist vor allem Führungsarbeit,

  • Mitarbeiter für Innovationen zu begeistern und zu motivieren. Dazu zählt eine positive Einstellung, wie Offenheit gegenüber Neuem, Neugierde, Kreativität usw., zu fördern.
  • die Rahmenbedingungen zu setzen, damit Innovationen gedeihen können, z.B. Ressourcen zur Verfügung stellen, Fehler erlauben usw.

C. Innovationskompetenz

Innovationskompetenz ist die Fähigkeit mit Innovationen umzugehen. Dazu zählen beispielsweise Kreativitätstechniken, Innovationsmethoden oder Projektmanagement. Die Tiefe hängt hier natürlich auch wieder von der Innovationsintensität ab, beispielsweise braucht ein Konzern ein umfangreicheres Projektmanagement-Know-How als ein KMU.

5 Optionen für ein Innovationsmanagement

Wie stark das Innovationsmanagement institutionalisiert ist, hängt von der Unternehmensgröße und der gewünschten Intensität ab. Will ein Unternehmen kontinuierlich Innovationen auf den Markt bringen, hat es andere Ansprüche an ein Innovationsmanagement als ein Unternehmen, dass gezielt aber wenige Innovationsgelegenheiten nutzen möchte.

Klare Verantwortung ist ein Schlüsselfaktor im Innovationsmanagement, egal welche Option man wählt. Vor allem, wenn man mehr als eine Handvoll Ideen und Projekte in der Innovationspipeline hat, braucht man einen Kümmerer und die richtigen Werkzeuge.

innovationsmanagement anpassen

1. Innovationsprojekt

Zu einem bestimmten Thema oder Ziel wird ein Projekt gestartet, zum Beispiel „ein neues Produkt für die Kundengruppe X“. Oft kann auch eine Methode im Vordergrund stehen, wie Lead User oder Blue Ocean. Wichtig ist, dass das Projekt nicht nur die Ideenfindung sondern auch deren gesamte Umsetzung abdeckt. Eine klare Verantwortung in der Figur ist eines Projektmanagers ist ein Erfolgsfaktor.

Vorteile:

  • Hohe Qualität der Ergebnisse.
  • Starker Fokus.
  • Methodischer Zugang.
  • Umsetzung als Teil des Projektes.

Nachteile:

  • Einbindung aller Mitarbeiter schwierig möglich.

2. Innovationskampagne und Wettbewerb

Zu einem bestimmten Thema oder Ziel werden Ideen im Zuge eines Wettbewerbs gesammelt, wo sich jeder beteiligen kann. Dabei können neben den Mitarbeitern auch Externe wie Kunden eingebunden werden.

Vorteile:

  • Einbindung aller Mitarbeiter.
  • Hohe Beteiligung durch hohe Aufmerksamkeit.

Nachteile:

  • Oft niedrige Reife der Ideen.
  • Braucht zusätzlich Verantwortlichen, der sich um die Auswahl und Umsetzung kümmert.
  • Stolpersteine müssen beachtet werden, sonst ist die gesamte Initiative ohne Ergebnisse.

3. Innovationsmanager

Ein Mitarbeiter wird als Innovationsmanager nominiert, z.B. aus HR oder Qualität, je nach Innovationsfokus (Produkte, Produktion, Organisation, Vertrieb …). Im Zuge dieser Job Enrichment Funktion ist er für die Sammlung und Bearbeitung der Ideen zuständig. Dabei sucht er selbst nach Ideen und bindet auch Mitarbeiter in die Ideenfindung ein. Je nach Bedarf und Unternehmensgröße arbeitet er mit standardisierten Innovationswerkzeugen, wie z.B. einem Stage-Gate-Prozess oder Innovationsportfolio-Management.

Vorteile:

  • Klare Verantwortung.
  • Guter Start ins Innovationsmanagement.
  • Flexibel – %-Anteil der Innovationsaufgaben kann nach Bedarf angepasst werden.

Nachteile:

  • Andere Mitarbeiter fühlen sich selbst nicht verantwortlich.
  • Innovationserfolg von einer Person und ihrer Arbeitsweise abhängig, z.B. wie gut kommt sie bei den Mitarbeitern an, wie gut ist sie vernetzt, wie gut bindet sie andere Mitarbeiter ein …

4. Innovationstag

An einem fixen Tag (monatlich, quartalsweise, jährlich) widmen sich alle dem Thema Innovation. Es wird über Innovation geredet, es werden Ideen gesammelt und es wird an Ideen gearbeitet. Ziel ist es, am Ende des Tages Konzepte zu haben, an denen weitergearbeitet wird. Diese Option erfordert allerdings auch einen verantwortlichen Mitarbeiter, der die Ideen und Innovation einfängt und anschließend dran bleibt.

Vorteile:

  • Hohe Aufmerksamkeit.
  • Einbindung aller Mitarbeiter.
  • Förderung der Zusammenarbeit.
  • Schnelle Ergebnisse.
  • Gute Integration in das Tagesgeschäft – an den Innovation wird von allen anschließend weitergearbeitet.

Nachteile:

  • Hoher Aufwand für einen Tag.
  • Risiko, dass die Zeit am Innovationstag nicht für Innovation verwendet wird bzw. dass sich Mitarbeiter die Zeit nicht nehmen.

5. Innovationssystem

Ein Innovationssystem mit Innovationsstrategie, Ideenmanagement, Innovationsprozess, Innovationscontrolling etc. sichert einen ständigen Fluss von Ideen durch die Pipeline. Dabei wird alles klar definiert, gemanagt und die Rahmenbedingungen gesetzt, damit Ideen gesammelt und bearbeitet werden.

Beispiel für ein Innovationssystem

Innovationsmanagement-Handlungsfelder mit Relevanz

Beispiel für Innovationssystem – Innovationsmanagement-Elemente – Siehe Details

Vorteile:

  • Klare Regelung, wie man zu Ideen kommt und wie sie bearbeitet werden (z.B. Verantwortlichkeiten).
  • Soll durch Systematik sicherstellen, dass alle Potentiale genutzt werden, Innovationsprojekte effizient laufen und Flopraten reduziert werden.

Nachteile:

  • Hoher Aufwand.
  • Erfordert Innovationsmanager als Kümmerer.
  • Risiko, dass zu viele bürokratisiert wird.
  • Erfordert meist ständiges „internes Marketing“ um Beiträge zu erhalten und das System am Leben zu halten.

Fazit

Innovationsmanagement ist mächtig! Mit den richtigen Hebeln kann man Innovationspotentiale perfekt für sich nutzen. Und diese richtigen Hebel muss man identifizieren, dabei kann auch weniger mehr sein.


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