Ideenmanagement-Systeme – Nur ein Ersatz für gute Kommunikation? – Handeln statt Schreiben

By | 24. Januar 2010

Ich möchte damit ein Ideenmanagement nicht in Frage stellen. Jedoch sollte man sich über das Konzept genau im Klaren sein. Die Kultur und die Menschen sind wichtiger als das System. Und am wichtigsten ist überhaupt, dass das Unternehmen und die Belegschaft einen Nutzen hat – der höher als der Aufwand ist.

Kritik an Ideen Management-Systemen:

  • Es wird für Schöner-Wohnen Ideen missbraucht, die für das Unternehmen keinen nachvollziehbaren Nutzen bringen.
  • Es wird als Beschwerdebox umfunktioniert.
  • Es wird genutzt, um dem Chef etwas auszuwischen.
  • Es wird für schlechte Ideen genutzt, die man sich aufgrund der Qualität nicht sagen traut.
  • Es ist Kennzahlengetrieben. Der Erfolg wird oft an den eingereichten Ideen gemessen, was nur ein Indikator für Arbeitsaufwand und Kreativität, aber nicht für die Qualität ist.
  • Belohnungen machen Leute nicht kreativ. Monetäre Belohnungen verführen Menschen nur dazu, das System auszunutzen. Der Fokus liegt auf den Prämien und nicht auf den Verbesserungen selbst.
  • Laut dem Guinness Buch hatte ein Brite 31.400 Vorschläge eingereicht, wo nur 100 umgesetzt wurden. Ich habe mir überschlagsmässig ausgerechnet, wie hoch der Bearbeitungsaufwand sein könnte – 10 Mannjahre !!

(Vgl. dazu Sprenger, 2002) Was wirklich was bringt …

  • Führungskräfte müssen Verbesserungen fördern. Eine Lernende Organisation greift Verbesserungen auf und setzt sie um. Eine Frage der Kultur, Führung und Organisation.
  • Gute Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter bzw. zwischen den Schnittstellen und abteilungsübergreifend, um Ideen aufzunehmen, zu diskutieren, weiterzuentwickeln und umzusetzen – ein IT-System kann gute persönliche Kommunikation nicht ersetzen.

>> Handeln statt Vorschlag schreiben.

Wann und Wo ist ein Ideenmanagement-System sinnvoll:

  • Für Mitarbeiter, die keine Möglichkeit bzw. Kommunikationswege haben, Verbesserungen zu melden (z.B. Arbeiter).
  • Für den Austausch von Ideen über physische Unternehmensgrenzen, z.B. zwischen Niederlassungen.
  • Für die Einreichung von Ideen, die andere Unternehmensbereiche betreffen, wo es keine direkten Schnittstellen gibt (z.B. Idee eines IT-Mitarbeiters für das Marketing).
  • Zur Dokumentation der umgesetzten Verbesserungen und somit zur Messung der Leistung als Basis für Steuerung, Maßnahmen, Belohnung, Anerkennung und Beförderung.
0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

One thought on “Ideenmanagement-Systeme – Nur ein Ersatz für gute Kommunikation? – Handeln statt Schreiben

  1. Staeudtner

    Ich finden den Artikel interessant, auch wenn der Kommentar spät kommt. Neue Systeme erlauben aber die Diskussion von Ideen über Social Media Komponenten. Das hat Potential.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.